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meinem Meiſter die Ausführung des Bildes der
Hoffnung in Marmor übertragen, und es ſollte in ſeiner Sammlung neben einigen auserleſenen Meiſter⸗ ſtücken der Skulptur aufgeſtellt werden. Dieſer Bankier war aus Deutſchland gebürtig und ein be⸗
ſonders gottesfürchtiger Mann. Er hatte von der Kunſt ganz andere Anſichten, als diejenigen, welche in Frankreich für die einzig richtigen angeſehen
wurden. Schon zehnmal war er gekommen, um das entworfene Modell in Augenſchein zu nehmen, hatte ſich aber ſtets unzufrieden darüber geäußert, ob⸗ wohl es von meinem Meiſter ſchon ſo oft verbeſſert wor⸗ den war. Der Bankier hatte ſo ziemlich dieſelben Gedanken wie ich über die Erforderniſſe deſſen, was wir die chriſtliche Kunſt nennen, geäußert, und dieß
ſetzte meinen Meiſter in nicht geringe Verwunderung.
Wie dem nun ſei, es lag ihm viel daran, den reichen Liebhaber zufrieden zu ſtellen, und deßhalb erſuchte er mich jetzt, mehr im Einzelnen ihm zu ſagen, wie ich glaube, daß Haltung, Ausdruck und Form des Bildes ſein müſſen, um den Anforderungen des Bankiers zu entſprechen.
Ich ſprach ſo lang und rieth ſo viele Verände⸗ rungen an dem Modelle an, daß zuletzt kein einziger Theil deſſelben meiner Rüge entging. Doch ver⸗ letzte, da ich mich mit vieler Achtung ausdrückte, meine Aufrichtigkeit den Bildhauer nicht.— Er ſchüttelte nachdenklich den Kopf und ſagte dann:
„Ihr Leute aus dem Norden verſteht die Kunſt anders, als es bei uns jetzt in Frankreich geſchieht. Wer Recht oder Unrecht hat, das wollen wir un⸗ entſchieden laſſen. Auf alle Fälle beginne ich alt
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