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einige Tage vergeblich gethan hatte, bei ausübenden Bildhauern mich nach Arbeit zu erkundigen.
Dieſen Tag ſollte ich glücklich ſein. Ich bot meine Dienſte einem ſehr geſchätzten Bildhauer an, welcher ein Haus in der Rue de Seine bewohnte, indem ich ihm erklärte, ich ſei ein junger Künſtler und Primus der Akademie zu Antwerpen, der eine Reiſe nach der Hauptſtadt Frankreichs unternommen hätte, um ſeine Studien zu vollenden; aber da es mir an Geldmitteln fehle, ſei ich genöthigt, meiner Exiſtenz wegen, Arbeit zu ſuchen. Die Beſcheiden⸗ heit meiner Sprache flößte ihm ohne Zweifel Ver⸗ trauen ein; denn ohne weiter zu fragen, führte er mich ſogleich in eine große Werkſtätte, wo viele junge Leute, ja ſelbſt bejahrte Männer damit be⸗ ſchäftigt waren, allerlei Bilder und Ornamente in Holz und Stein zu hauen.— Hier rief er den Geſchäftsaufſeher herbei und beſprach ſich eine kurze Weile mit ihm. Dann ſich zu mir wendend, ſprach er:
„Man wird Dich auf die Probe ſtellen, mein Junge. Dieſen Abend will ich ſehen, was Du kannſt. Bin ich zufrieden, dann werde ich Dir Be⸗ ſchäftigung geben. Muthig alſo an's Werk!“
Man brachte mir eine kleine Gypsfigur von einem Erzengel und einen Block Lindenholz, woraus ich den Kopf des Erzengels bis an den Hals, und viermal ſo groß als das Modell ſchnitzen ſollte. Alles Nöthige wurde mir ſogleich beſorgt: ein Arbeits⸗ tiſch, Geräthſchaften und ſelbſt ein grauer Kittel, um meine Kleider nicht zu beſchädigen.
Gegen Abend hatte ich den Engelskopf beinahe


