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Hauptſtraße paſſirte, und ließ mich bis nach Rheims führen, wo ich meinen Brief in den Poſtſchalter ſteckte. Abends ſehr ſpät war ich wieder in dem Dorfe urück. Der Brief an meine Mutter hatte mich unſäg⸗ liche Mühe gekoſtet; jetzt aber, da er abgegangen war und ich hoffen durfte, daß meine Eltern min⸗ deſtens über mein Befinden beruhigt würden, fühlte ich mein Herz von einer drückenden Laſt erlöst, und meinen Geiſt ganz frei, um ſich mit Selbſtvergeſſen⸗ heit einer ununterbrochenen Träumerei hinzugeben. Ich hatte wirklich lange Zeit nicht daran gedacht, das einſame Dorf zu verlaſſen, denn ich liebte den ald von Compiegne und ſeine dichtbewachſenen Schlupfwege; aber ich bemerkte bald, daß meine Geldmittel beinahe erſchöpft waren. Außerdem be⸗ gann meine ſeltſame Handlungsweiſe einiges Auf⸗ ſehen in dem Dorfe zu machen, und nicht ſelten wurde ich durch neugierige Fragen beunruhigt. Ich mußte alſo einen Beſchluß faſſen und abreiſen.— Paris war der einzige Platz, wohin ich mich wenden konnte, in der doppelten Hoffnung, unter dem zahl⸗ loſen Menſchenſchwarm unbemerkt und verborgen leben und zu gleicher Zeit als Bildhauer Arbeit finden und dem drohenden Elende entgehen zu können. Zwei Tage ſpäter betrat ich mit dem Reiſeſtab in der Hand die Hauptſtadt Frankreichs. Eine ganze Woche blieb ich in einem kleinen hotel garni ein⸗ quartirt; jetzt aber ſuchte ich, beim Anblick meines letzten Fünffrankenſtücks zur Sparſamkeit aufgefor⸗ dert, mir eine minder koſtſpielige Wohnung. Ich nahm Beſitz von einem Kämme rchen unter dem Dache


