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wo ſollte ich mich verbergen vor Scham? Wie ſollte meine arme Gattin den vernichtenden Druck dieſer Schmach ertragen, ohne zu ſterben! Und Conrad van Somerghem, wenn er erführe, daß er abge⸗ wieſen wird um eines... nein, ich unterdrücke meinen Verdruß, meine Entrüſtung, meine Angſt; es iſt mir noch ein Troſt im Unglück, daß Du, jetzt wenigſtens, fühlſt, was die unerbittliche Pflicht von Dir fordert. Dieſe gefährliche Beſprechung muß ein Ende haben; die Stille, die ewige Stille muß über dieſem Geheimniß niederſinken. Wohlan, Du wirſt begreifen, daß Du augenblicklich dieſes Haus ver⸗ laſſen mußt, ohne die Hoffnung, Jemand von uns in Deinem Leben wieder zu ſehen. Geh, fliehe weit, weit weg, damit Niemand von uns noch einmal von Dir höre, damit vor Allem mein Kind vergeſſe, daß Du auf Erden lebſt. Ich bitte Dich, ich flehe Dich an, Leo, unterwirf Dich, wenn Du für meine Wohl⸗ thaten dankbar biſt, gutwillig und gewiſſenhaft dieſer Nothwendigkeit.. Um zu reiſen, braucht man Geld; ich will nicht, daß Du Mangel leideſt.“ Dieſes ſagend, legte er ſeine Geldbörſe neben mich auf den Tiſch; ich aber ſprang, durch ſo viel Güte wie vernichtet, vor und faßte ſeine Hände. Dieſe mit meinen Thränen benetzend, rief ich aus: „O, Dank! Dank! Ich werde zu Gott beten, un⸗ aufhörlich und mit Inbrunſt beten, daß er Sie ſegne! Leben Sie wohl und haben Sie Mitleid mit dem Wahnſinnigen, deſſen letzter Seufzer ein Ruf der Dankbarkeit für Sie ſein wird. O mein Gott!.... Leben Sie wohl, edles Herz, großmüthiger Mann, leben Sie wohl!“
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