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Nacht an Deine Zukunft dachte, ſprachſt Du mit meinem Kinde von einer Liebe, die uns Allen das Leben verkürzen und unſer Grab mit unauslöſchlicher Schande belaſten muß!“
Die blutige Wunde, welche durch dieſe Beſchul⸗ digung meinem Herzen geſchlagen wurde, gab mir die Sprache wieder. Zwiſchen meinem Schluchzen hindurch ſuchte ich Herrn Pavelyn begreiflich zu ma⸗ chen, daß ich niemals vor dieſem Tage Roſa durch Wort oder Zeichen meine unglückliche Neigung zu ihr verrathen hatte. Ich ſagte ihm, wie ich gerun⸗ gen und gelitten hatte; wie ich nach Bodeghem ge⸗ gangen war, mit dem Vorſatz, den Boden der Stadt Antwerpen nie mehr zu betreten; wie meine Ab⸗ magerung und das Fieber nur die Folgen des hoff⸗ nungsloſen Kampfes, den ich gegen mich ſelbſt ge⸗ kämpft hatte, geweſen waren.— Endlich warf ich mich vor meinem Wohlthäter zu Boden und flehte, unter Thränen zu ihm hinkriechend, um Mitleid und Vergebung. Ich rief aus, ich wolle fliehen, und wäre es bis an das Ende der Welt; aber ich be⸗ ſchwor ihn zugleich, mich doch nicht mit dem Gewicht ſeines Fluches zu belaſten.
Er hob mich mit einer kurzen Bewegung vom Boden auf und ſprach:
„Unglücklicher, ich habe Dich ſo ſehr geliebt, daß ich noch jetzt an Deine Unſchuld glauben kanni Ich will Dir keine nutzloſen Vorwürfe mehr machen. Kein Menſch auf Erden, ſagſt Du, weiß Etwas von Deiner Liebe zu Roſa und von ihrer Schwachheit. Das iſt noch ein großes Glück ja, ja, denn wenn Jemand dieſes ſchreckliche Geheimniß entdeckt hätte,


