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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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mußte derſelben einen hohen Werth beilegen, denn er hatte ſie in einem Glaskaſten verſchloſſen, um ſie vor Staub und Feuchtigkeit zu bewahren. Es war eine Gypsgruppe, eine junge Frau darſtellend, welche die eine Hand auf dem Haupte eines Kindes ruhen ließ, während ſie die andere in die Ferne gerichtet hielt, als wollte ſie dem Kinde die Bahn der Zukunft weiſen. In dem ſchützenden Lächeln der Frau und in dem Ausdruck von Dankbarkeit auf des Kindes Angeſicht lag eine geheimnißvolle Tiefe, welche mich rührte und in träumeriſches Sinnen verſetzte.

Nachdem ich das Kunſtwerk ſtillſchweigend eine Weile betrachtet hatte, ſagte ich

Dieß Bild iſt keine Schöpfung der Phantaſie, wiewohl es gleichfalls nicht nach den Regeln der Schule aufgefaßt iſt. Die Natur allein war hier das Vorbild des Künſtlers. Nicht wahr, mein Herr, die Frau hat gelebt?

Sie hat gelebt, antwortete der Greis mit einem Seufzer, wovon mich der ſeltſame Ton überraſchte.

Wie? rief ich verwundert aus;ich ſehe das Bildniß der Frau, welche in dem eiſernen...

Welche in dem eiſernen Grabe ruht, murmelte mein Begleiter.

Sie war ſo ſchön?

Schön wie der ewige Traum des Dichters!

Ich ſchwieg, aus Furcht, durch meine unbeſchei⸗ denen Fragen den alten Künſtler zu betrüben.

Er wandte ſich nach der Tiefe des Zimmers, öffnete eine große Thüre und ſprach:

Bis jetzt haben Sie nur die Studien des Lehr⸗ lings geſehen: Erinnerungen, die jedoch mein Leben

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