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„Es iſt in der That ein Grab daſelbſt, welches die einfältigen Dorfbewohner das eiſerne Grab nennen, weil es von einem Gitterwerk umſchloſſen iſt; aber dieſes Grab bietet nichts Beſonderes dar.“
Die Stimme des Greiſes ſchien mir dem Tone nach ganz verändert: ſie war zurückhaltend und gleichgültig, als hätte er einem Geſpräche über dieſen Gegenſtand auszuweichen, oder daſſelbe zu verkürzen gewünſcht.
„Es wachſen immerdar friſche Blumen auf die⸗ ſem Grabe?“ fragte ich.
„Es wachſen immerdar Blumen,“ beſtätigte er.
„Es ſteht eine hölzerne Bank neben dem Grabe, und die Bank iſt ausgeſeſſen, weil ein Geiſt— die weiße Jungfrau— Jahr um Jahr alle Nacht kommt, und ſich darauf niederläßt?“
„Ein Kindermährchen,“ ſagte der alte Mann mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Nun, ich weiß wohl, mein Herr, daß dieß nur ein Mährchen ſein kann; aber es iſt doch Jemand da, welcher die Blumen auf dem Grabe beſorgt, weil es ebenſo gewiß eine Fabel ſein muß, daß dieſe Blumen von ſelbſt aus dem Boden hervor⸗ ſchießen.“
Da mein Reiſegenoſſe nicht unmittelbar auf meine Frage antwortete, fuhr ich fort:
„Es iſt erſt einige Tage her, daß eine Bäurin aus dieſer Gegend mich um Rath fragte, wie es anzuſtellen ſei, um für ihren Sohn, welcher wegen Uebertretung der Jagdgeſetze zu einer ſchweren Buße verurtheilt worden war, Begnadigung zu erhalten. Ich habe ſie zum Plaudern gebracht. So verſchaffe
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