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Kunſt über die heidniſche zu erheben; aber je mehr Vertheidiger ich fand, deſto mehr erbitterte Feinde ſah ich gegen mich aufſtehen. Hätte der Streit ſich nur auf die Beſprechung der Gebrechen oder Ver⸗ dienſte meines Bildes beſchränkt, es würde nie mit mir zum Unterliegen gekommen ſein; meine Gegner begannen jedoch aus leidenſchaftlicher Verblendung in meiner Vergangenheit Gründe aufzuſuchen, um mich dem Spotte des Publicums preiszugeben. Sie ſchlu⸗ gen, ohne es zu wiſſen, meinem Herzen tiefe Wunden und entheiligten Erinnerungen, die mir theurer als das Leben ſelbſt ſind. Seit jenem Augenblick hat mich ein Schrecken vor der Heffentlichkeit befallen, und ich habe nie mehr ein Werk zur Schau geſtellt.“
Es lag eine ergreifende Ruhe und eine eindring⸗ liche Würde in den Worten des Greiſes. Sein An⸗ geſicht ſchien mir in dieſem Augenblick ſo edel und ſo majeſtätiſch, daß ich tief davon betroffen wurde und erſt nach einigem Beſinnen ihn fragte:
„Und Sie arbeiten jetzt durchaus nicht mehr?“
„Ich arbeite immerdar noch, dann und wann. Und wollte ich es laſſen, es würde mein Unglück ſein. Die Kunſt iſt ein unentbehrliches Bedürfniß meines Herzens geworden, da ſie die Zauberruthe iſt, womit ich die ſüßeſten Erinnerungen aus meiner Vergangenheit heraufrufe und mich in den Lenz meines Lebens zurückverſetze..
Der Weg war ſehr ſandig geworden, und wir hatten viele Mühe, vorwärts zu kommen. Dieſe Unterbrechung unſeres Geſpräches dauerte einige Minuten. Ais ich wieder neben dem Greiſe weiter marſchiren konnte, fragte ich ihn:


