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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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einer Seele, welche die Schöpfungen der neuen Schule zu beleben vermochte, ſeine Zuflucht zu thea⸗ traliſchen Haltungen und übertriebenen Geberden genommen. Jedes Bild, gemalt oder gemeißelt, das nicht ſteif, ceremoniell und ſeelenlos war, konnte vor den Augen eines irregeleiteten Publitums keine Gnade finden. Unter ſolchen Umſtänden ſtellte ich mein erſtes Werk öffentlich aus. Es war ein lie⸗ gendes Bild in Marmor: ein junges Mädchen, auf dem Todtenbette ausgeſtreckt, mit dem Kreuze noch in den gefalteten Händen, als ob der Tod ſie über⸗ raſcht hätte. Ich hatte dem lebloſen Angeſicht meines Bildes ein frohes Lächeln eingeprägt: einen Ausdruck von Vertrauen, von Hoffnung und von Seligkeit. Mein Ziel war, gerade den Augenblick darzuſtellen, wo die Seele den Körper verläßt und entzückt durch die Gewißheit eines beſſern Lebens noch den Leich⸗ nam zur Kundgebung ihrer Freude nöthigt. Dieſes Wert, welches ichdas Vorgefühl der Ewigkeit ge⸗ nannt hatte, erregte eine große Aufregung unter den Künſtlern. Beinahe alle warfen ſich mit einer Art von Wuth gegen mich auf und verdammten mein Bild als das Product eines kranken Geiſtes und als eine Ketzerei gegen die damals herrſchenden Be⸗ griffe. In der That, die Formen meines Bildes waren etwas mager, weich, fein und traumartig; die materielle Form war daran dem ſittlichen Aus⸗ drucke eines Gedankens oder eines Gefühles aufge⸗ opfert. Es gab auch wohl Perſonen, die mein Werk zu vewundern ſchienen und mich aufmunterten, indem ſie mir ſagten, ich wäre dazu beſtimmt, eine Wand⸗ lung in die Schule zu bringen und die chriſtliche