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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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wohl über ſechzig Winter erlebt haben; ſein Haar war ſilberweiß und ſein Rücken etwas gekrümmt; ſeine Geſichtszüge, obwohl verwelkt, waren milde und ließen vermüthen, daß der Greis einſt ein ſchöner Mann geweſen ſein mußte. Nach ſeiner Kleidung, ein⸗ fach aber anſtändig, war in ihm ein Mann zu er⸗ kennen, welcher der guten Bürgerclaſſe angehörte. Die Bewegungsloſigteit ſeiner weitgeöffneten Augen, ein Lächeln, das zuweilen ſeine Lippen umſpielte, und die Falte des Nachdenkens über ſeinen Augenbrau⸗ nen bezeugten, daß er zur Zeit in ferne Betrachtun⸗ gen völlig entrückt war.

Was jedoch meine Aufmerkſamkeit beſonders feſ⸗ ſelte, war ein kleiner Block Alabaſter, welcher neben ihm auf dem Sitze lag. Da dieſer Gegenſtand, obwohl noch roh, ſo ziemlich dem Fußgeſtell einer Standuhr glich, und daneben in ein Papier gewickelt, drei oder vier ſtählerne Werkzeuge von beſonderer Form ſich bemerklich machten, ſo glaubte ich nicht irre zu gehen, wenn ich mir in meinem Reiſegeſell⸗ ſchafter einen Uhrenmacher dachte.

Nach langem Stillſchweigen wagte ich es, mit der gewöhnlichen Redensart ihn anzuſprechen.

Es iſt heute ſehr heiß, nicht wahr, mein Herr?

Er ſchaute wie aus einem tiefen Traume auf, wandte ſein Angeſicht mir zu, lächelte freundlich und antwortete:

In der That, es iſt ſehr heiß, mein Herr.

Aber dann kehrte er ſeine Augen wieder ab und nahm ſeine vorige Haltung an.

Ich fühlte keine Neigung, mich in eine nähere Bekanntſchaft mit einem Manne einzulaſſen, der ſo