Als das ſchwere Fuhrwerk ſich endlich der Stelle näherte, wo ich mich befand, machte ich dem Po⸗ ſtillon ein Zeichen, der bereits von ferne, als ein alter Bekannter, mir ſeinen Gruß zugeſandt hatte.
Er hielt ſeine Pferde an, öffnete den Wagen und antwortete auf meine Frage:
„Noch Platz in dem Cabriolet. Wo gehen wir bei dieſem erſtickend heißen Wetter hin?“
„Setze mich an der Straße nach Bodeghem ab.“
„Gut, mein Herr.... Alles in Ordnung!“
Ich ſprang in den Wagen, und ehe ich mich niedergeſetzt hatte, waren die Pferde in ihren ein⸗ förmigen Lauf wieder eingefallen.
In dem Coupé ſaß noch eine Perſon: ein alter Mann mit grauen Haaren, der meinen Gruß mit einem Nicken„Guten Tag, mein Herr!“ beinahe ohne mich anzuſchauen, beantwortet hatte und augen⸗ ſcheinlich nicht ſehr geneigt ſchien, ſich in ein Ge⸗ ſpräch einzulaſſen.
Ich hatte ebenſo wenig wie er in dieſem Augen⸗ blick Luſt zu ſchwatzen, dennoch verdroß mich die Kälte ſeines Empfangs einigermaßen.
Eine Weile blickte ich zum Poſtwagen hinaus und betrachtete gedankenlos die Bäume an der Straße, welche tanzend und ſpringend in wahnſinniger Eile an dem Fenſter des Fuhrwerks vorüberflogen.
Aber dann lenkte eine Anwandlung von Neugier meine Aufmerkſamkeit wieder meinem Reiſegenoſſen zu. Da er mit gebücktem Haupte daſaß und die Augen niedergeſchlagen hatte, konnte ich ihn nach Gefallen beobachten und erforſchen.
Es war nicht viel Beſonderes an ihm. Er konnte
S 8


