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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Im folgenden Winter fiel häuſig Schnee, die Wölfe verließen wieder den Ardennenwald und verbreiteten ſich über das ganze Land. Eines Abends, als mich meine Schweſter allein gelaſſen, um ein Spielzeug zu ſuchen, lief ich zum Schloß hinaus auf's offne Feld. Was mich überkam, weiß ich nicht; ich hatte vielleicht einen oder mehre Wölfe geſehen. Die Männer, welche auf den Ruf meiner Schweſter, mich mit Fackeln zu ſuchen kamen, fanden mich bewußtlos auf dem Schnee ausgeſtreckt.

Ich verfiel in eine tödtliche Krankheit; acht Tage lang lag ich in brennender Fieberglut, ohne daß der Arzt Hoffnung geben konnte oder Furcht. Ich wurde ſo mager, daß mein Gebein durch die Haut ſchien. Als ich ſo ab⸗ gemagert war, daß meine Glieder nicht dürrer werden konnten, erwachte in mir ein neues Leben; nach und nach bekam ich meine frühere Körperform wieder und mit ihr auch mein Geiſtesvermögen und die Erinnerungskraft. Drei Monden ſpäter war ich geſund und im vollen Genuß mei⸗ nes Verſtandes.

Meine Schweſter wurde Gräfin von Craenhove; ſie beſchenkte ihren Gatten mit zwei Söhnen, Hugo und Arnold, und mit einer wunderſchönen Tochter, Aleidis.

Einige Jahre darauf ſtarb ſie, wie eine Heilige freu⸗ dig und Gott dankend; der gute Graf Walter folgte ihr Faid ins Grab.

Sie liegen beide begraben in dem Ulmenhaine neben ihren Söhnen Hugo und Arnold.

Ich, Walter Abulfaragus, wurde der Erzieher der Kinder meines Wohlthäters und meiner Schweſter.

Wenn Gott, dem aller Ruhm gebührt, mir vergönnt hat, dieſe Sendung zu erfüllen, werde ich mein Haupt mit Freude auf das Todtenbette legen und meine Seele wird muthig aufſteigen zu ſeinem Richterſtuhl..

Hier endigte die Handſchrift.

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