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treffen kann, wenn der Herr nach ſeinem unerforſchlichen Rathſchluſſe mich zu ſich riefe.— Dein Vater, Marie, hat mich vom gewiſſen Tode gerettet: ſeine Liebe war mir noch theurer als das Leben, das er mir gab,— ich fühle, daß Gott mich auserſehen, ſeine Kinder zu tröſten und zu beſchützen und ich wünſche, daß die Seele Deines Vaters ſich im Himmel noch freue über die Art, wie ich dieſer Sendung Genüge leiſte. Dazu habe ich noch nicht genug gethan; ich fühle, daß ich die Macht habe, Dich und Deinen unglücklichen Bruder vor neuem Schmetzen zu bewahren. Eine Eingebung von oben und die Sprache meines Innern haben mir geſagt, daß ich durch die Bande des Blutes mich mit Euch vereinen und Euch eine Fa⸗ milie und feſte Stellung geben ſoll.— Willſt Du meine Frau werden?“
Meine Schweſter hatte den Grafen mit Verwunder⸗ ung angehört. Statt jeder Antwort zeigte ſie auf mich und ſeufzte:
„Und der arme Wahnſinnige, wer wird ihm Geſell⸗ ſchaft leiſten 2
„Du, Marie,“ ſagte der Graf.„Meine Liebe zu Dir iſt nicht eigennützig, Deine Liebe zu Deinem wahnfinnigen Bruder hat meine Liebe erweckt. Je mehr Du Dich ihm aufopferſt, deſto größer wird meine Zuneigung werden. Und dann, ſiehſt Du nicht, Marie, daß der Wunſch, Dei⸗ nem Bruder ein Recht auf gute Verſorgung zu verſchaffen, mich Deine Hand verlangen heißt. Spricht ein Ver⸗ liebter, wie ich?“
Wie offen auch Graf Walter ſprach, meine Schweſter zeigte ſich nicht geneigt, einen andern Namen anzunehmen, als den, der ſie an mich knüpfte. Dieſe Weigerung in edeln und anſpruchsloſen Worten vorgetragen, feuerte die Liebe des Grafen nur noch mehr an und da er von der Reinheit ſeiner Abſichten überzeugt war, ſo ſuchte er nur noch öfter bei meiner Schweſter um die Gewährung ſeiner Bitte an. Sie blieb aber unüberwindlich.


