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ſtanden plötzlich zehn Ritter vor uns zu Pferde und be⸗ trachteten uns mit großem Mitleiden. Ohne Zweifel hatten ſie uns vom Wege aus auf dem Schnee ſitzen ſehen und waren von Neugierde getrieben, zu uns gekommen..
„Walter, mein Pathe, biſt Du es?“ fragte einer von ihnen, während er von ſeinem Pferde ſprang.
Seine Stimme traf mich gewaltig; ich lief zu ihm mit den Klumpen Judenpech und rief ihm lachend entgegen:
„Ha, ha, Vater! Hier iſt die ſilberne Büchſe.„ Da beſtreiche Deine Wunden.. raſch.. ehe die Wölfe kommen!
Graf Walter von Craenhove, denn er war es, drückte mich mit Thränen in den Augen in ſeine Arme. Mein Wahnſinn und noch mehr das ſchreckliche Schauſpiel, auf das juſt ſein Blick ſiel, machten ihn ſchauern vor Angſt und Kummer.
Während ich, meines Verſtandes beraubt, ihn für meinen Vater hielt und immer in ihn drang, das Juden⸗ pech anzunehmen, konnte er von mir eine Mittheilung über unſer Unglück nicht bekommen. Alle Ritter ſtiegen vom Pferde und bezeugten uns ihr Mitleid. Aber Graf Walter von Craenhove geſtattete ihnen nicht lange, uns ihr edel⸗ müthiges Mitgefüthl zu beweiſen. Er rief ſeinen Dienern, ließ jedes von uns ein Pferd beſteigen, das von einem Knechte am Zaum fortgeführt wurde und gab Befehl, zum erſten Dorf zu reiten. Nachdem er uns dort in eine Herberge gebracht, ließ er die Leichen unſerer Eltern gleich⸗ falls nach dem Dorfe führen und mit den gewöhnlichen Feierlichkeiten zur Erde beſtatten. Am andern Tage ſagte er ſeinen Reiſegenoſſen Lebewohl und ging nicht nach Lüt⸗ tich, wie er im Sinne gehabt; er blieb bei uns in dem Dorfe, bis beſſere Nahrung und ſeine freundlichen Worte meiner Schweſter ihre Kraft wieder gegeben hatten. Dann kaufte er einen bequemen Wagen und führte uns auf ſein Schloß den Laternenhof, welchen wir nicht mehr verließen.
Dort wohnten wir in Fried und Ruhe. Meine Schwe⸗


