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nig, es hätte mir eine halbe Stunde geraubt. Währeud ich ſtehen blieb, um einen Augenblick zu überlegen, ſah ich die Wölfe ganze Stücke Fleiſch von ihrer Beute reißen und ſie über den mit Blut beſpritzten Weg ſchleiſen.
Ich erinnerte mich, daß die Wölfe bei dem Klange des Eiſens erſchrecken, zog mein Handbeil unter meinem Kleide hervor und begann auf daſſelbe mit einem Jagd⸗ meſſer zu ſchlagen und ſo ein Geräuſch zu machenz die Wölfe ſahen auf und ſtürzten davon. Erfreut über meinen raſchen Sieg, ſchritt ich weiter und wollte ohne Aufenthalt an der Wolfsbeute vorüber. Aber das Blut, das wie ein furchtbarer Flecken auf dem weißen Schnee hinlief, zwang mich einen Blick auf die Beute zu werfen. Es war eine Leiche und ich, o tövlicher Schreck, ich erkannte ſie und ſtürzte mit einem gräßlichen Schrei ohne Leben und Gefühl in das Blut meines Vaters
Was ich weiter ſchreibe habe ich nicht ſelbſt geſehen; meine Schweſter hat es mir viele Jahre ſpäter erzählt.
Während ich auf dem Wege nach Lüttich war, horten meine Mutter und meine Schweſter den letzten Seufzer meines Vaters. Sie näherten ſich ihm mit unausſprech⸗ licher Angſt und ſahen, daß ſeine Seele zum Himmel geſtiegen war. Dann in einiger Entfernung ſich nieder⸗ laſſend, beteten ſie für den Verſtorbenen und verſanken in einen ſchlafähnlichen Zuſtand. Nach langer Zeit hörten ſie plötzlich ein gräßliches Schreien von wilden Thieren und ſahen drei Wölfe die Leiche meines Vaters den Berg herab ſchleifen. Meine Mutter ſtieß ihren letzten Schrei aus; dieſer tödtliche Anblick hatte ihren Lebensfaden mit Gewalt zerriſſen,— der Schnee empfing ſie, und ſie ſtand nicht mehr von dieſem Sterbelager auf⸗
Meine Schweſter verlor ihr Bewußtſein und blieb auf der Erde liegen bis es Tag wurde und die helle Sonne den Schnee beſtrahlte; ihr verwittert Auge ſchaute wie verſteinert umher, ſie hob die eiskalte Hand unſerer Mutter


