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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Bitten, und weintet Ihr auch Blut, ihn oder mich erwei⸗ chen könnten. Dieſelbe Strafe bevroht Euch, wenn Ihr mich berühret, denn auch ich bin angeſteckt!

Dieſe bittern, doch nöthigen Worte machten die Frauen an allen Gliedern zittern und ſtatt der Freude, die ſie erwarteten, preßte ich Thränen aus ihren Augen.

Ihn nicht berühren, nicht umarmen! rief meine Schweſter verzweifelnd.

Ich gab meiner Stimme ſo viel Sanftes als nur möglich und ſagte:

Maria, ſage mir, wünſcheſt Du den Tod Deiner Mutter? Du bebſt bei dieſem Gedanken! nun denn, wenn Du Dich nicht wie ein Sklade meinem Willen unterwirſſt, wird Deine Mutter Deinem Vorbild folgen, angeſteckt werden und ſterben. Und Du, Mutter, wünſcheſt Du den Tod Deines Kindes?

Ich verſtehe Dich, Walter, ſeufzte meine Mutter, fürcht nichts mehr: wir werden wie Sklaven dem uner⸗ bittlichen Schickſal gehorchen.

Beruhigt durch ihren Gehorſam brachte ich die bei⸗ den Frauen aus der Höhle zu meinem Vater. Ein Schrei entflog beider Bruſt und ſie ſanken auf die Erde nieder. Ich hatte dieß vorausgeſehen, aber wie hätte ich dieſe Scene vermeiden können? Da lagen nun Mutter und Schweſter wie bewegungsloſe Leichen und ich durfte ſie nicht anrühren, nicht helfen; mein Vater raufte ſich, ohne zu ſprechen, die Haare aus, und ich ſtand zwiſchen ihnen ſi ein Wahnſinniger, der ſich geduldig dem Schickſal

eugt.

Meine Schweſter kam zuerſt wieder zu ſich, richtete vas Haupt meiner Mutter vom Boden auf, rieb ihr die Stirne und drückte ihre Hände, bis ſie endlich beide unter einer Fluth von Thränen mit meinem Vater zu ſprechen begannen.

Bald kehrte auch mir die Beſinnung wieder; ich ſah ein, welche Gefahr wir liefen, wenn uns Jemand entdeckte.