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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Ich wollte die Berghöhle verlaſſen, aber mein Vater hielt mich zurück und bedeutete mir, meine Reiſe müſſe bis zur folgenden Nacht verſchoben werden, da ſich ſchon ein leichter Schimmer im Oſten zeige und ich unmöglich vor Sonnenaufgang nach Lüttich kommen könne. Ich ſah wohl ein, daß es jetzt weniger, denn je, gerathen ſei, mich der Gefahr auszuſetzen, angehalten oder getödet zu werden, da das Leben meines Vaters von meiner Erhaltung und meiner Freiheit abhänge. Mit Ungeduld unterwarf ich mich der Nothwendigkeit.

Kurz vor Sonnenaufgang führte ich meinen Vater zu einer Vertiefung, wo der Regen einen kleinen See ge⸗ bildet hatte und wuſch ſeinen ganzen Körper mit der Lein⸗

wand, die ich von meinem Unterkleide abgeriſſen hatte.

Trotz der heftigen Kälte minderte die Abwaſchung ſeinen Schmerz auf wunderbare Weiſe. Sowie die Sonne höher ſtieg, bekam ich meines Vaters Geſicht zu ſehen; es war ſchauerlich! zerriſſen von freſſenden Wunden und ge⸗ färbt von abſcheulichen blauen und kupferigen Flecken. Seine Augen lagen tief in ihren Höhlen, ſeine Wangen waren hohl und ſein Mund krampfhaft verzogen. Dieſer Anblick machte mich weinen; mein Vater ſprach lang von Mutter und Schweſter, bis ich meine Ruhe wieder bekam. So oft ich nach ihm hinblickte, überlief mich ein eiskalter Schauer.

Sobald ſich die Sonne über die Berge erhob, brachte ich meinen Vater bis auf einige Entfernung von der gro⸗ ßen Höhle und ließ ihn auf den Boden niederſitzen; dann rollte ich die Steine vor dem Eingang weg und ſprach zu den Frauen:

Mutter und Du, Marie, meine Schweſter, hoͤret wohl auf das, was ich Euch ſage. Unſer Vater iſt nicht fern von hier; ich komme, Euch zu holen, daß Ihr ihn ſehet; aber rühret ihn nicht an, kommt ihm nicht näher als auf zehn Schritte, ſonſt kehrt er in das Peſthaus zurück und ich werde ihn ſelbſt dorthin führen, ohne daß Eure