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„Neln, das werde ich nicht,“ antwortete ich mit Kraft,„aber höre, Vater, was ich Dir ſagen will:— Ich habe der Eingebung meiner Liebe gefolgt und vielleicht mich ſelbſt aufgeopfert, denn ich ſehe wohl ein, daß wenn ich auch ſo weit über mein eigenes Leben Meiſter bin, es mir doch zur unverbrüchlichen Pflicht wird, Mutter und Schweſter zu hindern, meinem Beiſpiel zu folgen; vertraue auf mich, das Unglück hat mich in wenigen Tagen zum Manne reifen laſſen: weder Mutter noch Schweſter wer⸗ den Dich antaſten und müßte ich auch Gewalt gebrauchen, ihre Liebe wird ſich unter meinem Willen beugen!“
„Habe Dank, mein Kind,“ ſeufzte mein Vater,„aber wo führſt Du mich hin, und wie wirſt Du Deine Mutter von mir zurückhalten?“
„Ich denke ſchon lange daran und glaube das rechte Mittel gefunden zu haben. Etwa zehn Schritte von der Höhle iſt eine kleinere;— erinnerſt Du Dich nicht, wo wir einſt ein unbekanntes Kraut fanden?“
„Das Aconitum der Lateiner, mit einem blutrothen Blatte?“
„Ja,— dort in jener Höhle mußt Du bleibenz meine Mutter und Schweſter werde ich hindern, die ihrige zu verlaſſen, am Tage aber ihnen geſtatten, in einer kleinen Entfernung ſich Dir zu nahen, ſo könnt Ihr Euch ohne Gefahr ſehen und tröſten, und wir werden unſere Wiſſen⸗ ſchaft zu Rathe ziehen. Sei guten Muthes, Du wirſt geneſen.“
„O mein Sohn,“ rief mein Vater verwundert aus, „Deine Liebe zu mir hat Dir Weisheit geſchenkt! thue, wie Du ſagſt, ich verlaſſe mich auf Deine Vorſicht.“
So ſprechend, kamen wir zu der Berghöhle, die ich beſtimmt hatte, meinen Vater aufzunehmen. Mit dünnen Zweigen und Blättern bereitete ich ein Bett und hieß ihn auf daſſelbe niederliegen; dann ging ich vor den Eingang großen Höhle und rief zwiſchen die davorgerollten
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