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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Kind, was haſt Du gethan. Ich klage Dich nicht um Deiner unermeßlichen Liebe an, ſie iſt mir der herr⸗ lichſte Troſt im Unglück; aber weißt Du, wie mein Herz zerſchmettert wird von der Ueberzeugung, daß der Tod ſchon durch Deine Adern rollt? Ich bin alt, Walter, einige läſtige Jahre ſind mir genommen; Du noch ſo jung, reißeſt einen großen Lebensfaden ab!

Meine That hatte mich erhoben und ich fühle mich ſtark.

Ich werde nicht angeſteckt werden, nicht ſterben! rief ich.Weißt Du, was der Wind, der durch die Bäume flüſtert, mir ſagt? Ehre Vater und Mut⸗ ter, auf daß Du lange lebeſt auf Erden!

Gebe es der Allmächtige, daß Dich der Geiſt der

Bropheten in dieſem Augenblicke beſeelt, mein Kind. Aber ſteht nicht auch geſchrieben: Du ſollſt den Herrn Deinen Gott nicht verſuchen.

Er thue mir nach ſeinem gebenedeiten Willen. Wenn noch Galle in dem Becher bleibt, hier bin ich, ich will ſie trinken! Meinen erſten Lohn ſchmecke ich ſchon, Dein Kuß hat mir Kraft und Muth gegeben, komm, laß uns eilen zu meiner Mutter.

Mit dieſen Worten faßte ich ſeine Hand und wir ſchlugen den Weg nach der Höhle ein.

Als wir ein ziemlich Stück Wegs gegangen waren, ſprach mein Vater in tiefer Niedergeſchlagenheit:

Walter, ich betraure meine Erlöſung als das größte Unglück unter allen, die uns betroffen. Ich bewundere Deine Liebe, Deinen Muth, obwohl dieſe Tugenden Deinen Lebensfaden abreißen müſſen. Aber was ſoll ich bei Dei⸗ ner Mutter, Deiner Schweſter thun? Lieben ſie mich weniger als Du, und werden ſie ſich nicht auch ihrer

Liebe zum Opfer bringen? O ich bin in einem ſchreck⸗

lichen Zuſtand. Was ſoll ich beſchließen? in das Peſthaus zurückkehren, ich moͤchte es als ein Glück anſehen, dieß zu können, gber Du würdeſt es nicht geſtatten?