108
hinauf, und ſetzte mich rittlings auf die Mauer; ich zitterte wie ein Rohr und hatte ſolche Angſt, daß mein Herz bei⸗ nahe nicht mehr pochte. Mit ſcharfem Blicke ſchaute ich in den Hof hinab und glaubte in der Dunkelheit ſich einen Schatten bewegen zu ſehen. Ich frug mit gedämpf⸗ ter Stimme:
„Biſt Du es, mein Vater?“
„Ich bin es, Walter,“ war die leiſe Antwort.
„Warte,“ fuhr ich fort,„die Leiter werde ich hin⸗ überziehen und kommen, um Dir zu helfen.“
„Höre wohl, Walter,“ ſprach mein Vater,„wenn Du von der Mauer kommſt und bleibſt nicht immer zehn Schritte von mir entfernt, ſo kehre ich zu meinen Schick⸗ ſalsgenoſſen zurück und wäre ich auch ſchon eine Stunde von hier. Nimm dieſe Worte zu Herzen, wenn Du meine Befreiung wünſcheſt.“
Während er dies ſagte, zog ich die Leiter über die Mauer und ſetzte ihren Fuß in den Hof. Mein Vater ſtieg herauf, doch als er beinahe den Mauerrücken erreicht hatte, zwang er mich bis zu einem gewiſſen Abſtand von der Leiter wegzukriechen. Dann erſt ſetzte er ſich auf die Mauer, zog ſelbſt die Leiter auf die andere Seite, ſchritt hinab und ſtand auf freiem Boden. Ich folgte ihm ſchweigend auf dem Wege, den er wählte, um ſich von dem Peſthauſe zu entfernen. Bald waren wir ziemlich weit von dem Peſthauſe und da wir jetzt nichts mehr von den Todtſchlägern zu befürchten hatten, wäre ich gerne auf meinen Vater zugegangen; doch was ich auch ver⸗ ſuchte, er blieb unerbittlich von mir entfernt.
Es iſt unmöglich zu beſchreiben, wie peinlich mir dieß warz ich litt ſchwer und tief, und war bereit, auch gegen ſeinen Willen mich meinem Vater zu nähern. Als er dies bemerkte, ſprach er mit mir in einem Tone, der mich ſchauern machte: es war meines Vaters ſchöne Stimme nicht mehr, ſondern ein ſchrilles und hohles Murmeln,
das ihm durch die Krankheit als Sprache gegeben worden!
—
2 Dein Deine
weinen 0 nicht, — E
men, Du d
zen ur
dann 4
er die
E Leib ſ deckt
haben. ſchreck
Knieer C
ſunken zu gel los ſt
Ich b ſchon Peſt ſter a nung
nur n
aus d beweg quält milie


