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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Da erſchien das Haupt meines Vaters vor dem Ei⸗ ſengitter:— er lächelte freundlich, der Unglückliche.

Stille Thränen rollten aus ſeinen Augen; doch wie meine Mutter befohlen, ein Ausdruck ſüßer Liebe glänzte auf unſerem Antlitz und wir bemerkten, welchen Balſam dieß in die Wunde meines Vaters goß. Während ich mich bereit hielt, ihm auf der Spitze des Stockes Speiſe und Trank zu reichen, begann meine Mutter ihn zu tröſten mit Worten, die nur ihr Frauenherz kannte. Wunderbare Wirkung der Liebe! Wir waren alle zum Tode betrübt und doch fand in dieſem Augenblick ein Gefühl ſeliger Freude den Zugang zu unſeren Herzen! Wir unterwarſen uns gänzlich dem Willen des Herrn und dem Looſe, das er uns beſchieden. Vielleicht wäre die Saite der Pein in un⸗ ſeren Herzen gebrochen. Hätten wir nicht in der vergan⸗ genen Nacht den Leidenskelch bis zum Boden geleert.“

Als ich den Stab ausſtreckte, und meinen Vater das Fleiſch ergreifen ſah, überſiel mich ein eiskalter Schauer; meine Mutter und Schweſter erblaßten Zleichfalls, aber Stet meines Vaters gaben uns bald die Ruhe zurück.

Was ſoll ich mehr von dieſer Begegnung ſagen? Wir blieben geraume Zeit vor dem Querbaume und ſpra⸗ chen von den Mitteln, die unſern Vater herſtellen ſollten. Es läßt ſich von ſelbſt begreifen, daß dieſe Unterſuchung ohne Erfolg blieb, da eine Wiederherſtellung unmöglich war, ſo lange mein Vater im Peſthauſe. Auf ſein An⸗ ſuchen und eingeſchüchtert von den Drohungen der Todt⸗ ſchläger, entfernten wir uns von dem Peſthauſe und kehr ten ſchweigend zu unſerer Wohnung zurück.

An den drei folgenden Tagen machten wir dieſelbe

Reiſe und blieben jedesmal lange vor dem Querbaume

ſtehen. Inzwiſchen verbreitete das anhaltende Thauwetter die Peſt noch weiter; in den zwei letzten Tagen hatte ſie

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