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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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ſeinen Diener heimgeſucht, ich werde den Schlag mit Dankbarkeit ertragen, wie ſchwer er auch iſt. Weine nicht ſo heftig, Walter; erhalte die Kraft Deines Ge⸗ müthes, um Deine Mutter zu tröſten

„O mein unglücklicher Vater,“ rief ich mit lauter Stimme,„kann ich Dich nicht retten. Sollte unſere Wiſſenſchaft kein Mittel gegen Dein Uebel kennen?“

„Mein Kind,“ antwortete er,„was würde ſes hel⸗

fen? Und genäſe man hier hundertmal in einer Stunde, man würde hundertmal auf's Neue angeſteckt. Dir, Wal⸗ ter, muß ich die ganze Wahrheit ſagen, damit Du Deine Mutter und Schweſter auf den ſchrecklichen Schlag, der ſie treſſen wird, tröſten könneſt. Aber ſei ſtark, mein Sohn; ich beſchwöre Dich bei Deiner innigen Liebe zu mir, daß Du Deiner Mutter mit vorſichtigen Worten mittheilſt, daß ich zu den Todten gehöre und bald.

Er ſprach noch länger in dieſem herzzerreißenden Tone, doch ich war taub und blind geworden für ſeine Worte; ich verſtand ihn nicht mehr, Alles drehte ſich vor meinen Augen und meine Ohren waren von betän⸗ bendem Summen erfüllt. Von Zeit zu Zeit hörte ich noch die Stimme meines Vaters, der rief:

„Walter, Walter, mein Sohn!“

Ich weiß nicht, wie lange ich ſo am Querbaume lehnte; als ich erwachte, ſtanden die Todtſchläger noch da, ihre Bogen auf mich gerichtet, und meines Vaters Antlitz lachte mir noch durch das eiſerne Gitter entgegen. Mit gezwungener Ruhe der Ermattung ſeufzte ich.

„O mein Vater, welches Unglück brachte Dich in dieß abſcheuliche Gefängniß?“

Aus ſeinen kurzen Worten vernahm ich, daß er am

Morgen des vergangenen Tages über die Maas in einem 8 gang 8

Kahn gefahren, um einige reiche Leproſen zu beſuchen. Er täuſchte ſich in dem Glauben an die Unfehlbarkeit der

Kraft ſeiner Kräuter; denn am Nachmittage war ſein Geſicht plotzlich mit blauen Flecken bedeckt, In dieſem

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