Heftigkeit, als ob ſie fürchtete, auch ich würde nicht wie⸗ſ zu beg der zu ihr zurückkehren, und warf ſich mit meiner Schwe⸗ Schick
ſter vor einem Kruzifir auf die Kniee. Um meiner kla⸗ ten, ſ genden Schweſter einige Hoffnung zu geben, täuſchte ich mich ſelbſt und verließ das Zimmer mit gebrochenem plötzlie Herzen. ſchrei Keiner unſerer Freunde wußte mir zu ſagen, wo meines mein Vater ſei: Niemand hatte ihn am Tage zuvor ge⸗ mich
f ſehen! vergeblich rannte ich mit verborgenen Thränen und ſchlag gebeugtem Haupte durch die Stadt, Alles blieb ſtumm fiel v 3 auf meine Fragen. Nachmittags ſtand ich auf einer 4 Brücke und ſchaute verzweifelnd auf das vorüberfließende So Waſſer, nicht wiſſend, woran ich dachte, ſo ſehr hatte hochſt mich der Schmerz betäubt. Aus dieſem Traume weckten meine mich rauhe Männerſtimmen; mich umwendend ſah ich vor hinter mir einen Leproſen, der von den Todtſchlägern mit der ben e Spitze ihrer Lanzen fortgetrieben wurde. Die jammernden ſer a Klagen des Unglücklichen fanden einen tiefen Wiederhall warſt in meinem Herzen; ein mitleidig Gefühl ließ mich ihm noch einige Zeit nachfolgen, ohne daß ich wußte, wohin er ging oder was er that. So gelangte ich zum Thore jamm hinaus auf's freie Feld. Da ſah ich die Thüre des La⸗ſ aber zarethes öffnen und den Leproſen hineinſtoßen, worauf die drohu Thüre ſich wieder ſtille ſchloß. verwi Vom bitterſten Schmerze bezwungen, ſetzte ich mich ters vor dieſem weiten Grabe auf das Gras nieder und dachte aufge an das Loos der Leproſen im Lazarethe. Ich ſah die le⸗ Todt bendigen Leichen mit dem Tode umherwandeln, einander Pfeilt fliehen bei dem ſchrecklichen Anblicke ihrer Wunden, ver⸗ Fuß
gehen vor Schmutz und Moder, verſchmachten vor Ge⸗
ſtank und einander in gegenſeitigem Haſſe verzehren! Oſ macht wie ſchrecklich, wie tödtlich folterte mich der Gedanke, Hänt daß innerhalb dieſer Mauern ſich Menſchen befanden, die ein 2
3 mit dem Ausdrucke der Raſerei ihre ſchon abgeſtorbenen verſtä Füße anblickten, während in ihrem Herzen noch Kraft duld genug übrig blieb, um alle die Schrecklichkeit ihres Looſes


