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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Der dritte Tag war für uns ein Tag des Glücks und der Freude: man hörte ihn einen Ton von ſich geben und mein Vater hatte geſagt,„er wird leben!“

Von dieſem Augenblicke an verbeſſerte ſich der Zuſtand unſeres Wohlthäters; am zwölften Tage konnte er ſchon ſeine Augen feſt auf uns richten, und durch ſeine freund⸗ lichen Blicke uns für die Sorgfalt lohnen. Vierzig Nächte wachten meine Mutter und Schweſter abwechſelnd an ſeinem Bette. Während dieſer Zeit hatte ſich ſeine Wunde ge⸗

ſchloſſen und nach einem Monate bekam er endlich ſeine

vorige Geſundheit wieder. Nun kannte ſeine Liebe zu uns keine Grenzen mehr. Mein Vater ward ihi ein Bruder und er nannte mich nie anders, als ſeinen Sohn Walter.

Im Jahre 1310, am 16. Mai, eroberten die Chriſten die Inſel Rhodus und verjagten die Türken. Viele Ritter zogen nun heim und auch wir beſchloßen die Flotte zu ver⸗ laſſen, um in Europa eine Heimath zu ſuchen. Unſer Freund forderte uns auf, mit ihm nach Brabant zu ziehen. Wir beſaßen wenig in der Welt und bedurften eines Be⸗ ſchützers, überdieß wäre es uns beinahe unmöglich geweſen, von unſerem Wohlthäter zu ſcheiden. Wir nahmen alſo ſeinen Vorſchlag dankbar an und machten uns auf den Weg, unter dem Geleite Walters von Craenhove.

„Himmel, mein Vater!“ rief Aleidis erſtaunt,„Abul⸗ faragus, warum haſt Du mir dieſen Namen ſo lange ver⸗ ſchwiegen 2“

„Edle Frau,“ antwortete der Greis halb lächelnd,

„es war Dein Vater, mein Pathe und der Buſenfreund meiner Eltern. Du kannſt es nicht glauben, wie ich ihn geliebt, dieſen tapferſten aller chriſtlichen Ritter! O das Blut, das durch Deine Adern läuft, iſt vom edelſten Blute, vas die Sonne in allen drei Welttheilen je erwärmt! Und nannte ich Dir nicht früher ſchon ſeinen allzeit theuren Na⸗ men, ſo geſchah es nur, weil ich Dich durch die Beſchrei⸗ bung ſeiner tödtlichen Krankheit nicht betrüben wollte.“

Aleidis ſchwieg, aber ihre funkelnden Angen und ihr

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