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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
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und gab mir zu verſtehen, daß ich flüchten müſſe, wenn mein Haus nicht mit ewiger Schande befleckt werden ſolle. Blind und bewußtlos gab ich meinem Pferde die Sporen und ließ es die ganze Nacht laufen„ Zwei Jahre lang irrte ich in fremden Landen umher; nach dieſer Zeit beichtete ich einem Prieſter. Dieſer legte mir als Strafe auf, mein ganzes Leben in Einſamkeit und Bußübungen zu verbringen. Ich habe dazu dieſen Wald gewählt. Ein Wehrwolf bin ich nicht, mein Sohn; aber um mein Geheimniß ſicherer zu bewahren, habe ich dieſen Namen, den mir die Bauern gaben, angenommen und be⸗ halten! Nun kennſt Du Deinen Wohlthäter!“

Man ſah deutlich, daß Bernhard ſprechen wollte, doch ſo groß war ſein Erſtaunen, daß er keine Worte ſinden konnte; endlich wurde ſeine Bruſt frei und er rief wie wahnſinnig:

„Abulfaragus! Aleidis! Arnold! o Meiſter, Du biſt

kein Mörder, und Dein Name iſt Hugo von Craenhove!“ Unmöglich wäre es, den Ausdruck von Hugos Geſicht

zu beſchreiben. Seine Augen flammten auf und ſein

Haupt beugte ſich herab zu Bernhard, als ob er ihn um

Aufklärung bitte.

Der Jüngling rief auf's Neue:

„Nein, Hugo, Du biſt kein Mörder; Dein Bruder lebt!“

Mit lautem Schrei und einem Strom von Thränen fiel Hugo von ſeinem Bette, kroch bis zu Bernhard hin,

faßte ſeine Hand und ſeufzte: „Was ſagſt Du? ich habe meinen Bruder nicht

ermordet? Ich bin kein Mörder? Er lebt? Du haſt ihn lebend geſehen nach jener ſchrecklichen Nacht? O Gott, vürft' ich es glauben! Aber Du irrſt; ich habe ihn ermor⸗ det— dort klebt ja noch ſein Blut? Sprich, ſprich um

Gotteswillen!“ „Nein, nein, Meiſter,“ rief Bernhard, ich irre nicht. Arnold von Craenhove lebt, ſage ich Dir.

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