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IV. Pöſung.
Glänzend ſtieg die Sonne am blauen Himmel auf; ſie goß ihre warmen Strahlen auf Bernhard und trocknete raſch ſeine durchnäßten Kleider. Dann nahm er ſeinen Pack, kroch unter dem Geſträuch durch, drang in den Wald und rief unter der Eiche:
„uhl, Uhl, uhl!“
Sein Ruf blieb ebenſo unbeantwortet, wie in der ver⸗ gangenen Nacht; Niemand kam aus der Hütte. Bernhard wiederholte ſeinen Ruf mehr denn einmal, doch immer ver⸗ geblich. Nach und nach bemächtigte ſich ſeiner eine bange Ahnung, die ihn an den Tod des Wehrwolfs denken ließ; vielleicht war er nur krank— und wie konnte er ſich dann verſorgen, da ihm wohl ſelbſt das Gehen verſagt war? Dieſe Gedanken ließen Bernhard den Entſchluß faſſen, zur Hütte zu gehen und ſich ſelbſt ſeiner edelmüthigen Geſinnung aufzuopfern.
Er näherte ſich der Hütte;— aber kaum hatte er einen Blick hineingeworfen, als er einen ſchmerzlichen Schrei ausſtieß und zitternd ſtehen blieb.
Da vor dem Kreuze lag der Wehrwolf halbnackt ausgeſtreckt, wie eine Leiche; Blutstropfen rannen an ſeinem bloßen Rücken und ſeine ſchlaffe Hand hielt noch krampf⸗ haft die Geißel feſt, mit der er ſich ſelbſt ſo ſchrecklich geſchlagen.
Nachdem er einige Augenblicke verſtummt auf dieß ſchreckliche Bild geſehen, ſprang Bernhard dem Wehrwolf entgegen, umarmte ihn herzlich und begann weinend zu rüfen: „Meiſter, Meiſter, erwache! Ich bin es, Dein Lehr⸗ ling! o ſtirb nicht!“


