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kroch unter dem Gebüſche durch und eilte nach der Waide zu der Hütte des Wehrwolfes. Hier ſtellte er ſich unter unb rief wie die Buſcheule:„Uhl! uhl! u 1. Auf dieſen Ruf kam der Wehrwolf aus der Hütte
und näherte ſich dem jungen Hirten mit freundlichem Ge⸗
ſichte; er lies ihn unter dem Baume niederſitzen und das
Buch aufſchlagend, begann er, ohne etwas Anderes zu
ſprechen, ihm die Buchſtaben zu zeigen und ihre Namen
zu ſagen. Nachdem ſie zwei Stunden an dieſer Arbeit ge⸗
feſſen, ſtund der Wehrwolf auf, zog ein kleineres Buch
hervor und daſſelbe Bernhard gebend, ſprach ert
„Mein Sohn, hier haſt Du ein kleines Buch, das ich Dir zum Geſchenke gebe, um Deine Lectionen zu wie⸗ derholen; leſen lernen iſt nicht leicht; Du mußt alle Deine Geiſteskräfte anſpannen, um wohl zu behalten, was ich Dir ſage, und wenn Du allein biſt, mußt Du die Zei⸗ chen ohne Lehrmeiſter wieder zu erkennen ſuchen. Ich habe Vertrauen genug zu Dir, daß Du das Buch Nie⸗ manden zeigen werdeſt, und wenn man es entdeckte, Du nicht von dem Wehrwolf zu ſprechen wageſt.“
Bernhard drückte das Buch mit Entzücken an ſeine Lippen und antwortete:
„O fürchte nichts, Meiſter, ich werde einen Beutel von Schaffell machen und das Buch auf meiner bloßen Bruſt darein hängen. So wird man es gewiß nicht ent⸗ vecken. Ich werde es auch nie herausziehen, ohne ferne von allen Menſchen zu ſein!“
„Bis morgen denn, mein Sohn!“ ſprach der Wehr⸗ wolf weggehend.
Bernhard verließ den Wald und ging zu ſeiner Heerde.
Hier warf er ſich, das Herz voll ſeliger Freude, zu Boben, ſchlug das Buch auf ſeinen Knieen auf und be⸗ gann mit tiefſtem Selbſtvergeſſen ſeine Lection zu wieder⸗ holen. Oſt erheiterte ein helles Lächeln ſein Geſicht:— Dann hatte er einen Buchſtaben erkannt und lachte ihm
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