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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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müſſen. Soll' ich Dir ſagen, Meiſter, welch' vermeſſene Hoffnung meinen Buſen durchdrang? Ich hoffte, der Wehrwolf werde mich leſen lehren!“

Es vergingen einige Augenblicke, während welcher Bernhard ängſtlich in die hohlen Augen des Wehrwolfs ſah.

„Nun, mein Sohn,“ ſprach dieſer,„Deine Hoffnung ſoll nicht zu Schanden werden; der Wehrwolf wird Dich leſen lehren.“

Ein Freudenſchrei erſcholl über die Haide. Bernhard ſprang auf, ſtürzte vor dem Wehrwolf auf die Kniee, ſchlang die Arme um ſeinen Hals und begann vor Freude

zu weinen, während ihm Worte des Dankes über die Lip⸗

pen rollten. Einen Augenblick ſpäter richtete er ſich auf, ſprang wie ein Wahnſinniger umher und rief fortwährend;

„Ha, ha, ich lerne leſen! Dank! Dank! ich werde zu Gott für Dich beten, Deine Hände küſſen als die meines Wohlthäters. Ha, ha, leſen, wiſſen!— wie ſchoͤn!“

Der Wehrwolf ſtund auf und ſich Bernhard nähernd, ſagte er ihm mit ernſter Stimme:

„Mein Sohn, ich muß unverbrüchliche Bedingungen an mein Verſprechen knüpfen. Höre auf das, was ich Dir ſagen will und merke es Dir wohl; denn wenn Du eine derſelben vergißt, will ich Dich niemals wieder ſehen.“

„O ſprich,“ rief Bernhard. Ich bin zu Allem be⸗ reit. Nie werde ich etwas thun, was Dir mißfallen könnte.“

„So merke auf:— Nie ſollſt Du einen Fuß in den Wald ſetzen, denn des Morgens, ehe die Sonne im Sü⸗ den ſich erhebt; nie ſollſt Du in die Hütte des Wehrwolfs treten, was auch dort geſchehen möge; nie ſollſt Du den Wehrwolf etwas über ſeine Lebensweiſe und Büßung fra⸗ gen; nie ſollſt Du ihm von Deinen Aeltern, von Deiner Schweſter oder Deinem Bruder ſprechen. Dieß letzte Wort komme überhaupt nie über Deinen Mund. Nimm Dich

wohl in Acht, nie des Nachts in den Wald zu kommen! Du

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