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meſſenen Beſuch bei Dir. Vergib mir, ich will eiligſt den Wald verlaſſen.“
Dies ſagend, warf er einen betrübten Blick auf das Buch, als ob er dieſem Vorwurf ſeines brennenden Ver⸗ langens Lebewohl ſagte. Dann ſich umwendend, bemerkte er, daß ſich der Wehrwolf auf die Ecke des Bettes nieder⸗ geſetzt hatte und ihn aufmerkſam betrachtete, während reichliche Thränen über ſeine Wangen liefen.
Dieſer Anblick hielt Bernhard zurück; er ſah mit be⸗ wegtem Herzen auf den Unglücklichen und über ſeine ei⸗ genen Wangen rollte nun eine Thräne der Theilnahme.
„Meiſter,“ ſprach er mit ſeiner ſüßen Stimme, Mei⸗ ſter, Dein Leiden durchſchneidet mein Herz. Du biſt ſo gut gegen mich geweſen, daß ich viel darum gäbe, wenn ich Dich tröſten könnte; aber was vermag ein Kind, wie ich 2 Doch kann ich Dir dienen, ſo verfüge über mich!“
Langſam ſtund der Wehrwolf auf, nahm Bernhards Hand, und ſagte, ihn aus der Hütte führend:„Komm', mein Sohn, laß' mich Dein Antlitz bei der Sonne ſehenz es wird mir eine Wohlthat und ein Troſt in meinen Schmerzen ſein.“
Er führte den Hirten bis zu dem Bächlein, ſetzte ſich auf das Gras nieder und ſprach, vor ſich auf den Boden zeigend:„Nun ſitze nieder vor mir, Jüngling, und wun⸗ dere Dich nicht über die Thränen, welche Dein Anblick meinen Augen entlockte. Es iſt zehn Jahre her, mein Kind, daß kein menſchlich Lächeln dem unglücklichen Wehrwolf entgegenſtrahlte, daß kein freundlich Wort in ſein Ohr tönte, und dann, ſoll ich es Dir ſagen? und dann lebt Jemand auf dieſer Welt, der mir theurer als mein Auge, der mich allein noch leben heißt. Dieſer Je⸗ mand hat blaue Augen, wie die Deinen, blonde Haare, wie die Deinen, rothe Wangen, wie Du, und eine ſo ſanfte Stimme, wie Deine Stimme.— Dieß iſt das Ge⸗ heimniß der Gewalt Deines Antlitzes auf mich. Vergib
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