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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Der Wehrwolf trat einen Schritt näherz aber der ängſtliche Hirte, den Tod vor Augen ſehend, warf ſich auf den Boden, kroch auf beiden Knieen bis zu dem Wehr⸗ wolf, ergriff eine ſeiner Hände und rief, während er ſie mit Thränen feuchtete:

„O, wer Du auch ſein magſt, habe Mitleid mit mir! Gnade, Gnade! Thu' mir nichts Boͤſes!“

Ein Lächeln voll Liebe und Wohlwollen erleuchtete das Antlitz des Wehrwolfes; er nahm die beiden Hände Bernhards, hob ihn vom Boden auf, legte die knöcherne Hand ſchmeichelnd auf die blonden Haare und ſprach, zur großen Verwunderung Bernhards, mit ſanfter Stimme:

„Armes Kind, was fürchteſt Du von mir? O, ich bin unglücklich und muß auf grauſame Weiſe meine Sünden büßen; aber ich thue Niemanden etwas Boͤſes. Beruhige Dich, mein Sohn, und habe keine Furcht vor mir.“

Der verwunderte Bernhard ſah mit dankbarem Blicke in die Augen des Wehrwolfs und küßte im Entzücken ſeine Hände; er bemerkte plötzlich in ſeinem Innern ein Gefühl der Liebe für den unglücklichen Mann, der ihn ſo zärtlich behandelte, während er nur den Tod von ihm erwartet hatte.

Mit bittendem Lächeln antwortete er:

„Dank, Dank, Meiſter! Ich werde ewig Deiner Güte gedenken und ſchweigen, wie ein Grab, über meinen ver⸗