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und immer wachſender Angſt ſchritt Bernhard umſichtig und langſam vorwärts. Von Zeit zu Zeit ſchreckte der Schrei eines Raubvogels ſein Ohr und ſein Gemüth, oder er blieb beſtürzt ſtehen vor einem verdorrten Baume, der wie ein Menſch ſeine entfleiſchten Arme ausſtreckte, um ihn zurückzuhalten. Aber der Wiſſensdurſt zog ihn un⸗ widerſtehlich nach der Höhle, dem Pfade, den Wehrwolfs Füße gebahnt.
Endlich gelangte er zu einer Vertiefung, wo ſich in einiger Breite keine Bäume zeigten und die mit einer Ta⸗ pete von Gras und Blumen bedeckt war. Ein kleines, und beinahe unſichtbares Bächlein ſchlängelte ſich durch dieſe natürliche Waide, gleich der Schlange, die ſich fortwindet, um das Gebüſch zu erreichen, und den Strahlen der glü⸗ henden Sonne zu entfliehen.
Hier war alles lebendig und erquickend; das Tages⸗ licht fiel gerade auf die ſchöne Waide, und breitete liebevoll tauſend glänzende Blumen aus; Vögel ſangen in Menge auf den nahen Bäumen; mit einem Worte: dieſer kleine Platz glich einem Luſthof, den die grillenhafte Natur mit⸗ ten in einer wüſten Schöpfung angelegt.
Ein anderer Wanderer, als Bernhard, hätte ſich gewiß an dieſem angenehmen Orte ergötzt; er hätte ſeinen Durſt an dem Bache gelöſcht, ſein Auge mit Entzücken auf dem Blumenteppich ruhen, ſeinem Ohr vom Geſange der Vögel ſchmeicheln laſſen;— aber in Bernhards Geiſt drängte ſich nur die Frage auf; Wo liegen hier Bücher verborgen?
Nachdem er eine Zeit lang ſich umgeſehen, bemerkte er in der Ferne, am andern Ende der Waide einen hohen Sand⸗ hügel und in demſelben, zwiſchen verwirrtem Geſtrüppe eine Oeffnung, die vielleicht der Eingang zu Wehrwolfs Höhle war. Er wandte ſeine Schritte nach dieſer Seite; doch je näher er zur Höhle kam, deſto langſamer wurde ſein Gang; ſeine Angſt wuchs über die Maßen und er blieb zitternd vor der ſeltſamen Wohnung des Wehrwolfes ſtehen.
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