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Buſche hervorkriechen, ſich aufrichten und längs dem Rande des Waldes verſchwinden; diesmal hielt er nichts unter dem Arme.
Das Buch war ſomit im Walde zurückgeblieben. Vielleicht lagen in der Höhle des Wehrwolfs noch andere Bücher! Aber, v Gott, wer wagte es, dem Lager des Wehrwolfes zu nahen, und als Spion bis in ſeine Woh⸗ nung zu dringen? Wird nicht ein ſchrecklicher Tod ſeine Strafe ſein? Vielleicht wird der Wehrwolf ihn zerreißen, und als Speiſe der Raben ſeine zerſtümmelten Glieder im ſtummen Walde zerſtreuen.
Armer Bernhard, da ſteht er auf der Haide, auf ſeinen Stab geſtützt, er blickt verwirrt zur Erde, ſeine Stirne brennt, ſeine Beine wanken, eine unbegreifliche Anziehungskraft zwingt ihn, ſich dem Walde zu nähern. Sieh' da, er thut noch einen Schritt;— noch einen— noch mehr! aber er zittert und iſt ängſtlich; denn nun ſteht er vor dem Gebüſche, der Grenze von Wehrwolfs Grundgebiet. Wird er vermeſſen genug ſein, um ſich zu bücken, wo der Wehrwolf ſich bückt, und ſo den Fußpfad zu betreten, der nach der ſchrecklichen Höhle führt?
Eine Stunde vor Mittag ſtand Bernhard noch vor dem Gebüſche, gebeugten Hauptes, ſtarren Blickes, in fieberhafter Aufregung. Wißbegierde und Todesfurcht kämpften in ihm einen ſchweren Kampf. Bald nahte das Ende des Streites; denn der Leib Bernhards krümmte ſich langſam und plotzlich warf er ſich auf ſeine Hände zur Erde und kroch, wie ein vierfüßig Thier, durch das Gebüſch.— Wiſſensdurſt hatte die Furcht vor dem Tode überwunden!
Das Gebüſch war nicht tief; bald konnte ſich der junge Bernhard aufrichten und umherſehen, wo er ſich be⸗ fand. Nichts Fremdartiges zeigte ſich ſeinem wild um ſich blickenden Auge, als eine düſtere und kahle Natur, von Todtenſtille verſchleiert, und von halber Dunkelheit umfangen. Wie ein Uebelthäter mit klopfendem Herzen


