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II.
Der Wehrwolf.
Alles ſchläft auf der Haide„.
Die fühlenden Pflanzen halten ihre Blätter noch ge⸗ faltet; die Blumen haben ihre Kelche noch nicht geöffnet und gleichen beſeelten Weſen, die mit geſchloſſenen Au⸗ gen in ſüße Träume verſunken ſind.
Es iſt nicht mehr Nacht, es iſt noch nicht Tag.
Schwarz iſt der weſtliche Horizont und undurchdring⸗ lich; der öſtliche, gleich einer durchſichtigen Waſſerfläche, färbt ſich mit zweifelhaftem Lichte.
Von allen Sternen glänzt nur noch ein Einziger; ſein Name iſt Lucifer, er iſt der Vorbote der nahenden Sonne. dem Rande des Waldes hängt ein Vorhang von
ebel.
Aber er ſteigt in die Höhe, und hat ſchon die Wipfel der Bäume erreicht; bald wird er aufſteigen und ver⸗ ſchwinden im Himmelsraum
Wie eine demüthige Magd, die auf die ſtillen Be⸗ fehle ihrer Herrin wartet, ſo umhüllt ſich die Erde mit Stille, bis ihr Herr kommt.
Roth färbt ſich die Lichtpforte; der Morgenſtern er⸗ bleicht!.
Da ſchüttelt ein Golbfinke die Waſſertropfen von ſei⸗ nem glänzenden Federkleide.
Er verläßt ſeinen Ruheplatz, ſchwingt ſich in die Luft und ſetzt ſich auf den höchſten Baum des Waldes.
Er ſiebt frendigen Blickes gen Oſten, und bald glänzt ein Theil der Sonnenſcheibe ihm ins Auge; ſeine


