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Abulfaragus betrifft, hatte der nicht ein Marienbild in ſei⸗ nem Zimmer gehabt, und ſorgte er nicht dafür, daß friſche Blumen ſeine Gottesfurcht bezeugten? Rief er nicht un⸗ ſern Hern Jeſus an, während er vor dem Grabſtein knieete? Nein, das iſt nicht das unbekannte Geheimniß. Es liegt etwas Anderes verborgen in der Nacht der Begeg⸗ nung bei der Gräfin de Merampré. Wer wüßte, wo die Leiche des Grafen Hugo von Craenhove begraben liegt, der hätte die Löſung des Räthſels.“
„Hat man nie die Gräfin de Merampré gefragt,
Bernhard
„Wie ſollte man ſie gefragt haben, da ſie ſeit dieſer Nacht nicht mehr in Brabant geſehen wurde.“
„Ich verliere mich in Vermuthungen. Vielleicht hat die geheimnißvolle Nacht eine racheverlangende Miſſethat — einen ſchrecklichen Mord geſehen— aber wie dem auch ſei, wir dürfen unſern Nächſten nicht durch Vermuthungen beſchuldigen„. Es wird ſpät, Bernhard. Die Sonne ſinkt hinter dem Tannenwald; wir müſſen unſere Schafe heimwärts treiben.“
Bei dieſen Worten entfernten ſich die Hirten von ein⸗ ander, um jeder auf ſeiner Seite die Heerde ſeines Herrn nach Hauſe zu treiben. Während Bernhard hiemit be⸗ ſchäftigt war, kam der alte Hirte mit leiſen Schritten hin⸗ ter ihm her, und ſagte ihm mit dumpfer Stimme in's Ohr:
„Bernhard, haſt Du je den Wehrwolf geſehen?“
Der Jüngling erſchrak und wandte ängſtlich den Kopf nach allen Seiten der Haide; dann antwortete er:
„Nein, warum fragſt Du mich das?“
„Sieh' Dich ſtill um; längs dem Saume des Wal⸗ des wirſt Du ihn ſehen.“
Bernhard bemerkte wirklich einen ſchwarzen Menſchen⸗ ſchatten, der langſam und vorſichtig längs dem Walde
hinzugleiten ſchien.
„Ha!“ ſeufzte er,„das iſt der Wehrwolf, von wel⸗
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