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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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geirrt. Meine Kunſt iſt nicht untrüglich. Tröſte Dich aber, ich bleibe hier, um einen Theil meiner Weiſſagung zu er⸗ füllen? Wird Aleidis nicht die Deine, ſo ſoll ſie nie Je⸗ manden angehören. Uebrigens habe ich nie die Sterne eine deutlichere Sprache reden ſehen und ich bin überzeugt, daß das Schickſal mich nicht täuſcht. Hore nun, Bernhard, was Du thun mußt, um ſo viel Glück zu vervienen; In Deinem Schlafgemache wirſt Du Bauernkleider finden; dieſe mußt Du anziehen, und darfſt nichts von Allem mit Dir nehmen, was Dir gehört. Schlafe, wenn Du kannſt, Morgen vor Tagesanbruch werde ich Dich wecken. Dann wirſt Du das Schloß verlaſſen und Dich entfernen. Es iſt mir verboten, Dir einen Rath zu geben, Du mußt gehen und bleiben, wohin Dich Dein Inneres führt. Verſuche nie Aleidis auf dem Laternenhofe zu ſehen. Ein wichti⸗ ges Ereigniß wird Dir ſagen, wenn Du zurückkehren ſollſt; dieß geſchehe nie ohne die Ueberzeugung, daß Du dem Grafen Arnold ſeine verlorene Ruhe damit wieder zurückgeben könneſt. Dieß iſt Alles, was ich Dir ſagen darf, das Uebrige werden die Ereigniſſe ſelbſt erklären.

Er ergriff die Lampe, brachte mich in mein Schlaf⸗ gemach und verließ mich mit tröſtenden Worten.

Es wäre unnütz, Albrecht, Dir zu ſagen, welch' ſon⸗ verbare Träume meinen Geiſt in dieſer Nacht umgaukelten; welch' verſchiedene Gemüthsbewegungen hatten mich am vergangenen Tage beſtürmt! Ich kann nicht ſagen, daß ich unglücklich war. Die Zukunft bewahrte mir ein ſo freundlich Loos! Ich war bereit, Alles zu erdulden, um mir Aleidis zu verdienen. Auch unterwarf ich mich nicht allein dem Willen des Abulfaragus, ſondern mich beglückte der Ge⸗ danke, daß ich berufen ſei, den Schmerz meines Wohl⸗ thäters, des Grafen Arnold zu erleichtern, vielleicht ganz zu heilen. Ich nahm an dem Geheimniſſe Theil, das wie ein Zauberſchleier über dem Hauſe Craenhove ausge⸗ breitet lag. Dieß Alles ſchmeichelte mir und ließ mich etwas Großes und Erhabenes in meiner Verbannung

Hugo von Craenhove. 3