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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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ſollſt. Da ergriff ich die Wagſchaale, legte Dich hinein, während in der andern Schaale das Glück und die Ehre des Hauſes Craenhove lag. Du wogſt weniger und mußteſt geopfert werden. Du mufßt fortziehen! Ich habe Dich verfolgt und verurſachte Dir Leiden, in der Hoffnung, Dir den Aufenthalt auf dem Laternenhofe zu verleiden; aber Aleidis heilte alle Deine Schmerzen, Du warſt unüber⸗ windlich. Du haſt ein Recht, mich zu haſſen, Bernhard; denn ich überhäufte Dich oft mit Verdruß; und um Dich zu erſchrecken, ſchien ich Vergnügen an Deinem Schmerz zu finden. Du biſt zu jung, mein Sohn, um die Beweggründe dieſes Betragens zu begreifen, wenn ich ſie Dir auch mittheilen wollte. Abulfaragus iſt an das Haus der Herren van Craenhove wie ein Sklave gebunden; er muß ſich ihrem Wohlergehen opfern, und während er Dich ſo feurig liebte, zwang ihn dieſe Sklaverei zu einer ſchein⸗ baren Feindſchaft gegen Dich. Später ſollſt Du erfahren, Bernhard, warum ich Dich von Aleidis trenne, es gibt Triebe des Herzens, welche Du glücklicherweiſe noch nicht empfindeſt, die aber den Geiſt durchglühn, wie ein ver⸗ zehrend Feuer. Dieſe Nacht hat Gott durch ſeine Sterne ſich über Deine Zukunft ausgeſprochen; nichts kann Dich ihrem Urtheile entziehen. Morgen vor Sonnenaufgang wirſt Du das Schloß freiwillig oder durch Gewalt ver⸗ laſſen. Höre, zu was ich gezwungen bin, wenn Du Dich nicht unterwirfſt: Ich werde Waffenknechte rufen, Dich entkleiden und aus dem Schloſſe werfen laſſen, wie einen Hund. Das wäre grauſam, nicht wahr? Ja, ich werde es nicht thun; denn Du unterwirfſt Dich, erhörſt meine Bitte und ergibſt Dich in Dein Geſchick. Sage mir, daß Du bereit ſeiſt, zu folgen. Sage mir, ob Du gehen willſt?

Gebeugten Hauptes horchte ich auf die Worte des Wahrſagers. Thränen floßen über meine Wangen, ich vermochte nicht zu antworten.

Du weinſt, mein Sohn, fuhr Abul fort,ich ſehe