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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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brecht? Der Mann, den ich für einen Teufel gehalten, ſtund bittend vor mir; ſeine Worte drangen zu meinem Herzen, ich fühlte in der That Mitleiden und meine Furcht verging.

Abulfaragus, ſeufzte ich,Du machſt mich ſtaunen. Spricht Dein Mund die Wahrheit?

Folge mir, ſprach er, mich bei der Hand ergreifend, folge mir, die Zeit iſt koſtbar.

Es mußte wirklich kein Gefühl Abulfaragus Stimme

widerſtehen können, denn ſeine wenigen Worte hatten nicht allein meinen Haß und meine Angſt, ſondern auch all' mein Mißtrauen vertrieben. Ich folgte ihm deßhalb gutwillig bis vor die Thüre ſeines Gemaches.

Hier begann eine leichte Furcht ſich meiner wieder zu bemächtigen; ich trat in ein geheimnißvolles Zimmer, das acht Jahre lang meine Neugierde wach gehalten. Ich zitterte, als ich die Thüre aufgehen hörte und hineinſchritt. Was ich jedoch ſah, erſchreckte mich nicht und ich war ſehr erſtaunt, nichts Geiſterhaftes und Gefährliches zu ſehen. Das Zimmer war ſchmutzig und in Unordnung: eine eiſerne Lampe erleuchtete es nur ſpärlich; da und dort ſtanden Gerippe von kleinen Thieren, etwas getrocknete Kräuter, einige Bücher; ein großes Liebfrauenbild, von zwei ſchönen Blumenſtöcken umduftet. Dieß war Alles.

Abulfaragns ließ mich in einen Stuhl ſitzen, ſtellte gleichfalls einen Seſſel neben mich, nahm mich bei der Hand und ſprach:

Bernhard, Du glaubſt, ich haſſe Dich und ſuche Dein Verderben? Du täuſcheſt Dich, mein Freund, außer denen von dem Blute derer von Craenhove,liebe ich Niemanden als Dich. Ich habe Dir in der That Uurſache gegeben, mich zu fürchten und zu haſſen; aber dazu nöthigte mich das unerbittliche Schickſal. Ich ſah Dich auf den La⸗ ternenhof kommen; Deine Ankunft freute mich. Ich ließ Dich im Frieden, bis eine unwiderſtehliche Neugierde Dich zur Erforſchung von Dingen trieb, die Du nicht wiſſen

ſollſt.

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Du be willſt?

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