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den, wir lebten glücklich und vergnügt; aber die einmal angefachte Wißbegierde verließ mich nie und ich blieb bei dem Vorſatz, leſen zu lernen, was es auch koſten möge.
„Je älter ich wurde, deſto mehr entſchwand die Erinne⸗ rung an den Vorfall bei dem Grabſtein meinem Gedächt⸗ niß, aber aus Haß gegen Abulfaragus begann ich Alles zu verſuchen, um herauszubringen, was mein unſichtbarer Wohlthäter und der Wahrſager ſo ſorgfältig vor mir ver⸗ bargen. Daß der Letztere es ahnte, konnte ich an dem glühenden Haß bemerken, den er auf mich geworfen hatte. Einſt, als ich früher aufgeſtanden, denn meine gute Schwe⸗ ſter Aleidis, wandelte ich neugierig an den Thüren der Zimmer vorüber, die immer für mich verſchloſſen blieben. Eine derſelben hatte einen Spalt; auf meinen Fußſpitzen ſtehend, blickte ich mit klopfendem Herzen in das Gemach. Da ſah ich Graf Arnold, wie gelähmt, in einem Lehn⸗ ſeſſel ſitzend; ſein Auge war bewegungslos nach der Wand gerichtet, an der eine ſchwarze Tafel hing, die mit gol⸗ denen Zeichen bemalt war; neben ihm ſaß Abulfaragus, in einem Buche leſend. In dem Augenblick, als ich an der Thüre erſchien, hörte ich Graf Arnold ſprechen:
„Du ſagſt, Abulfaragus, der junge Bernhard müſſe das Schloß verlaſſen? Aber Du denkſt nicht an die Ver⸗ zweiflung, die Aleidis trifft, wenn man ihr den Freund der Kinderjahre nimmt?“
„Es iſt eine Schlange, die Du aufziehſt 2“ ſprach der Wahrſager,„wenn er hier bleibt, entdeckt er noch das ſchreckliche Geheimniß und er wird das Haus Deiner Väter einer blutigen Schandthat beſchuldigen.“
„Nein, nein! ſprich mir nicht davon,“ rief Graf Arnold.„Es gibt in dieſem Schloſſe nur zwei Herzen, die die Freude kennen— und Du wollteſt mir dieſe Her⸗ zen brechen?“
„Es muß ſein!“ rief Abulfaragus in überredendem Tone.„Höre! Dieſe Nacht um zwölf Uhr war der Himmel mit Sternen beſät; leicht fand ich die Planeten
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