Druckschrift 
Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

enetzte ewäh⸗ r Be⸗ ft und r böſe ffnete ßend, e von

cham, Da nn zu niger. ch ſie Ihre Dann

Dein chen. brin⸗ Hund r ih⸗ t nicht verde mich läßt laſſe ottes hen! mer⸗

Dir

23

O ich werde leſen lernen, ich werde es lernen. Aber dann ſollen Andere meiner Stimme lauſchen.

Während meiner böſen Worte ſenkte Aleidis das Haupt, wie unter einer großen Laſt; plötzlich ſprang ſie auf, wahrſcheinlich, um mir den Mund zu ſchließen; aber ihre Kräfte ſchwanden und ſie ſank unmächtig zu Boden.

Ich wollte um Hülfe rufen, aber bei Abulfaragus Erſcheinen ſtarb das Wort auf meinen Lippen; er betrach⸗ tete mich mit verächtlichem Lächeln, nahm Aleidis in ſeinen Arm und belebte ſie wieder durch den Blick ſeiner Augen und verließ das Zimmer.

Nun begann Aleidis unter bittern Thränen mir meine Graufamkeit zu verweiſen; ſie ſagte mir ſo viel zärtliche Worte und gab mir ſo vielfache Verſicherung ihrer Zu⸗ neigung, daß ich wenige Augenblicke ſpäter ſie auf meinen Knieen weinend um Vergebung bat. Wir wurden wieder gute Freunde und gelobten einander alles Geſchehene zu vergeſſen.

Des andern Tages kam Abulfaragus mit einem Buch in unſer Gemach und ſetzte ſich nieder, um ſeine Vorleſung zu beginnen. Ich ſah plötzlich die Stirne Aleidis ſich rö⸗ then; ſie näherte ſich Abulfaragus, ſchlug die Hand auf das Buch und riß einige Blätter heraus. Dieſelben in Stücke zerfetzt auf den Boden werfend, ſagte ſie mit ſanfter Stimme zu Abulfaragus:

So werde ich immer thun, wenn Du es wagſt, mit Büchern in meinem Zimmer zu erſcheinen. Und nun geh hin, Ungläubiger!

Ein dumpfer Schrei war Abulfaragus Antwort; er warf ſich mit Händen und Füßen auf den Boden, und raffte ſo raſch er konnte, die Stücke der zerriſſenen Blät⸗ ter zuſammen. Ich ſah zwei Thränen aus ſeinen Augen fallen; zweifelsohne betrauerte er den Verluſt eines ſo koſtbaren Buches. Aufſtehend, floh er aus dem Gemache und rief in klagendem Tone;Wehe, wehe!

Von dieſem Tage an ließ Abulfaragus uns in Frie⸗