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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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genſeitiger Zuſtimmung, ihre Verbindlichkeit auf und be⸗ gaben ſich faſt täglich nach einem nahe gelegenen Land⸗ gute, das von einer wälſchen Edelfrau bewohnt war. Dieſe hieß ſich ſelbſt Gräfin von Merampré. Niemand wußte, weicher Mittel ſie ſich bediente, um alles, was ſich ihr nahte, von Sinnen zu bringen; viele Menſchen glaubten, ſie gebrauche ſchwarze Künſte und Liebestränke. Was auch daran ſein mag, man ſagt, daß mehr als zwölf Ritter um ihretwillen im Kampfe umgekommen und daß nie zwei Perſonen ihr nahen konnten, vhne ein⸗ ander nach dem Leben zu trachten. Es ſcheint, daß die beiden Brüder von Craenhove ſich durch ihre Liſt nicht fangen ließen, denn ſie blieben bei ihrer früheren Zunei⸗ gung. Aber ein anderes Unglück traf ſie.

Eines Tages, gegen Abend ritt der jüngere Arnold aus dem Schloſſe und ſchlug den Weg nach dem Landgut der Gräfin de Merampré ein. Kurze Zeit darauf ritt ſein Bruder Hugv, begleitet von Abnlſaragus denſelben Weg. Dieſe Nacht blieben die Herren von Craenhove lang, ſehr lang weg; ſchon begann der Schlaf die Wachen zu über⸗ mannen, als plötzlich vor der Zugbrücke ein Ruf erſcholl, gleich dem Schrei eines Raubvogels. Die Wächter er⸗ kannten Abulfaragus Stimme. Man ließ die Brücke nie⸗ der und öffnete das Thor. Ohne jemanden anzuſehen oder etwas zu ſprechen, lief der alte Wahrſager nach dem Theile des Hofes, wo die Herren von Craenhove ihre Schlaf⸗ gemächer hatten. Er kam ebenſo ſchnell wieder zurück mit einem ſchwer beladenen Reiſeſack, ließ aufs neue die Brücke niederſenken und verſchwand im Dunkeln. Ihr könnt Euch denken, wie ängſtlich und neugierig die Wächter auf die Löſung dieſer räthſelhaften Handlungsweiſe harrten. Während ſie einander ihre Vermuthungen und Gedanken mit⸗ theilten, hörten ſie nochmals den Schrei von Abulfaragus und ließen ihn ein. Dießmal ſprach der Wahrſager; er erzählte nämlich mit wenigen Worten, daß die Herren von Craen⸗ hove von Räubern angefallen worden und beide ihr Leben