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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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verloren hätten; vaß ihre Leichen noch blutig auf dem Wege lägen und daß er nun komme, um Hülfe zu holen, damit man ſie nach dem Hofe bringe. Die verſtummten Diener gehorchten mit thränenden Augen: ſprachlos folg⸗ ten ſie dem kalten und gefühlloſen Abulfaragus. Nachdem ſie ungefähr eine Viertelſtunde gegangen waren, kamen ſie an einen Kreuzweg, und fanden dort den Ritter Arnold leblos in ſeinem Blute liegen. Aber wie ſehr ſie auch ſuchten, man fand die Leiche Hugo's ſo wenig, als die blutige Stelle, wo er gelegen haben ſollte. Arnolds Pferd graſte ruhig bei der Leiche ſeines Herrn, doch Hugos Pferd ſah man nimmer wieder. Was Abulfaragus mit dem Reiſeſack gethan, wagte ihn Niemand zu fragen.

Arnolds Leiche wurde nach dem Hofe gebracht und auf ein Bett gelegt; unmittelbar darauf hieß der Wahr⸗ ſager jeden ſich zur Ruhe begeben und ſchloß ſich bei der Leiche ein. Des andern Tages ſagte er, der Ritter Ar⸗ nold ſei nicht todt, und würde vielleicht wieder geneſen. Nachdem er das Mittageſſen in Empfang genommen, ſchloß er die Thüre wieder zu. Dieß dauerte vierzehn Tage, bis er am fünfzehnten endlich mit Graf Arnold auf dem Vorhofe erſchien. Der Ritter war blaß, ſeine Wangen efügefallen, wie einer der von einer langen Krank⸗ heit aufſteht: auf ſeiner Stirne war eine tiefe Narbe, die er noch trägt.

Dieß iſt Alles, was ich über das Haus van Craen⸗ hove erfahren konnte.

Meine Schweſter Aleidis und ich erreichten endlich unſer vierzehntes Jahr. Wir waren nicht mehr ſo wild, noch ſo kindiſch, wie früher, doch unzertrennlich von ein⸗ ander. Nun erſchien Abulfaragus eines Morgens in unſerem Spielzimmer mit einem großen Buche unter dem Arme;

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