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Schweſter Aleidis unter den Bäumen ſpielte, ſah ich ſein gelbes und furchtbares Auge hinter dem Stamme eines Baumes blitzen. Mehr als einmal kroch er wie ein Jagdhund unter dem Geſträuche durch, um unſre Worte zu belauſchen. Obwohl ich mich damals nicht darum be⸗ kümmerte, glühte doch in meinem Innern ein tiefer Haß gegen dieſen feindlichen Spionen. Ich war es nicht allein, der ihn fürchtete: alle Bewohner des Schloſſes zitterten vor ſeiner Stimme, theils weil man wußte, daß der un⸗ ſichtbare Graf Arnold durch ſeinen Mund ſprach, theils weil man von ihm befürchtete, er könne durch überna⸗ türliche Mittel ſich wegen des geringſten Ungehorſams rächen.
„Auf dem Laternenhof war ein kleines Wäldchen von Ulmen, unter deren ſchwarzen und undurchdringlichen Blättern ein Grabſtein mit eingemeiſelter Schrift ſtand. Dort hielt Abulfaragus ſich gewöhnlich auf, wenn er nicht um Graf Arnold von Craenhove ſein mußte. Nie⸗ mand wußte, was der Wahrſager in dem Ulmenhaine that, noch warum er ſo lange dort verweilte; ängſtlich vermied Jeder den Ort, wo ſich der Grabſtein befand und wir ſelbſt durften auf jener Seite nicht ſpielen. Alei⸗ dis wußte aber wohl, daß der Stein das Grab ihrer Aeltern bedeckte, war aber noch nie in dem Ulmenhaine geweſen.
„Außer bei Sachen von großer Wichtigkeit hatten alle Diener vovn dem Wahrſager ſelbſt den Befehl erhal⸗ ten, Aleidis nie etwas zu verweigern, und ſie ſchien wirk⸗ lich trotz ihrer Jugend allein Herrin auf dem Schloſſe zu ſein. Denn wenn ſie etwas verlangte oder einen grillen⸗ haften Befehl geben wollte, war es immer ihr guter Bruder Bernhard, den ſie als Bote zu den Dienern ſandte. Ich gebot als Herr in ihrem Namen, und ohne daß ich die Urſache davon ahnen konnte, ſah ich oft bei ſolchen Gelegenheiten das Feuer der Betrübniß auf den Geſich⸗ tern der alten Diener des Hauſes von Craenhove. Ein


