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ohne das andere ſehen, als wären eins des Andern Schat⸗ ten geweſen; zwei Lämmer einer und derſelben Mutter folgten einander nicht treuer, als wir.
„Ohne Nebengedanken überließ ich mich ganz meinem ſeligen Looſe und bemerkte Anfangs nicht, daß niein Glück nur allzufrüh Neider fand, obwohl ich ſeibſt die Mißgunſt verurſachte.— Du mußt wiſſen, daß mein Beſchützer, Graf Arnold von Eraenhove, nie zu ſehen war; die Ge⸗ mächer des Schloſſes, welche er bewohnte, blieben ſtets für uns und allen Dienern verſchloſſen, ausgenommen eine Perſon, welche ebenſo tiefſinnig und ſprachlos, wie er, ſein unbegränztes Vertrauen zu genießen ſchien.— Es war ein ſonderbarer Mann, deſſen Antlitz über mich eine unwiderſtehliche Gewalt ausübte; ſeine Gegenwart allein ſchon machte mich zittern, und oft erſchrak ich vor ihm, wie vor einem Teufel. Die Natur hatte ihm keine angeneh⸗ men Geſichtszüge geſchenkt. Meine Angſt vermehrte noch ſeine ernſte Unfreunblichkeit und gab ihm in meinen Augen die gräßlichſte Geſtalt. Haſt Du bemerkt, Albrecht, daß eine Eule gelbe und trübe Augen hat? So waren die ſeinen.— Du ſiehſt Deinen Hund mit ſeinen rauhen Haa⸗ ren, die emporſtehen, wie die Nadeln einer Tanne? So war ſein Haar. Dein Buch iſt gebunden zwiſchen zwei eichenen Brettchen, ſchmutzig und fahl? So war ſein Geſicht.— Haſt Du je einen Fuchs geſehen, der in einem Strick gefangen iſt, wie er den Jäger angrinzt und zu beißen droht? Dies war fein ſüßeſtes Lächeln. Falkner kommen manchmal hieher; Du haſt doch vielleicht einen Falken geſehen? Gleich den Klauen dieſes Raubvogels waren ſeine Hände— mit magern Fingern und gekrümm⸗ ten Nägeln.— Haſt Du je eine Gottesläſterung gehört, Albrecht? So war ſein Name; er hieß: Abulfaragus!“
„Dieſer Mann, der auf dem Schloſſe und in der Um⸗ gegend für einen Sterndeuter und Wahrſager galt, begeg⸗ nete mir nie, ohne einen mißtrauiſchen und forſchenden Blick auf mich zu werfen. Oſt, wenn ich mit meiner
haf Ich die Ge ter:


