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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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der Verſöhnung. Ich habe mich ſehr ſchuldig gegen Sie gemacht. Nun mir Ihr Edelmuth die Binde von den Augen genommen hat, nun bekenne ich mit Leidweſen meine Ungerechtigkeit. Ich kann, um Sie nachſichtig gegen meine Verirrung zu ſtimmen, gel⸗ tend machen, daß es mir höchſt ſchmerzlich fallen mußte, ſo unerwartet in meiner Praxis geſtört zu werden, die mir ſeit dreißig Jahren unbeſtritten zu⸗ gehört hatte. Ich war ein König, den man von ſeinem Thron zu ſtoßen drohte. Sie kennen das noch nicht; aber alte Leute klammern ſich feſt an das an, was ſie beſitzen, wie ein Ertrinkender an die letzte Rettungsplanke: ſie fürchten für die Zukunft, welche den Greis keinen neuen Erwerb mehr hoffen läßt. Doch wozu eine Entſchuldigung ſuchen, da Ihr groß⸗ müthiges Herz mir Alles verziehen hat? Dieſe Nacht iſt etwas Seltſames in mir vorgegangen. Ich habe geträumt, und dennoch iſt mir Alles ſo klar geblieben, als hätte ich mit offenen Augen geſehen und gehört. Es war in der That eine Oſſenbarung des Himmels, die mich erkennen ließ, was meine Pflicht gegen Sie geworden iſt. Hört, meine Freunde, hören Sie, Adolph! Das Leben kann man nicht bezahlen; aber man kann doch, ſo weit es in den Kräften ſteht, ſich dankbar für eine Wohlthat zeigen. Sehen Sie, was ich Ihnen anzubieten beſchloſſen habe. Ich werde alt; das viele Laufen, die tägliche Unruhe bringen meine Geſundheit in Gefahr; ich möchte mich gern zur Ruhe ſetzen. Wohlan, Adolph, ich will alle meine Kunden Ihnen übergeben, einen nach dem andern, allmälig und mit Vorſicht, daß keiner der⸗ ſelben Ihnen ſein Vertrauen weigere. Ich werde