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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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fen, es iſt ſo ſchön! Dieſe Nacht habe ich nicht gewacht. Mein Vater hieß mich geſtern, gegen mei⸗ nen Willen, zu Bette gehen, indem er ſagte, daß er ſich beſſer fühle. Es war das erſte Mal, daß er dies ſo offenherzig anerkannte. Ich war darüber ſo erfreut, daß ich beinahe nicht ſchlafen konnte. Bei dem erſten Morgenſchimmer ging ich nach meines Vaters Zimmer, um die wachende Magd abzulöſen, und ſetzte mich in der Stille an ſeinem Bette nieder. Mit unſäglicher Freude bemerkte ich, daß ſeine Wangen ſich noch mehr als zuvor mit der Blüthe der zurück⸗ kehrenden Kraft gefärbt hatten.... aber welche glückliche Gemüthsbewegung ſtand mir bevor! Wäh⸗ rend ich auf ſeine Athemzüge lauſchte, begann ſein Mund undeutliche Worte zu murmeln. Er träumte; ich zitterte vor geheimer Angſt.... aber plötzlich ſchweifte ein Name ihm über die Lippen, und ich hörte, wie er im Traume ſagte: Adolph, mein Freund, vergeben Sie mir das Unrecht, das ich Ihnen an⸗ gethan habe! Dieſe Worte machten einen ſo heftigen Eindruck auf mich, daß ich mich an dem Bette ſeſt⸗ halten mußte, um nicht vor Glück zu erliegen. Der Traum meines Vaters mußte zu Ende ſein; denn wie ich auch noch mit klopfendem Herzen lauſchte, ich hörte nichts mehr. Kurze Zeib darauf erwachte er von ſelbſt, und mit einem ſtillen Lächeln auf dem Munde. Ich wagte nicht, von ſeinem Traume mit ihm zu ſprechen; aber, als flutheten ihm noch die⸗ ſelben Gedanken durch den Geiſt, begann er mir zu erzählen, daß er ausnehmend gut geſchlafen habe und nicht mehr an ſeiner ſchnellen Geneſung zweifle; ein neues und kräftiges Blut fühle er jetzt durch

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