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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Ihren Anweiſungen zufolge habe ich ihm immer ſtärkere und ſtärkere Fleiſchbrühe geben laſſen, und allmälig auch etwas gebratenes Ochſenfleiſch. Sein Magen verdaut Alles mit wunderbarer Kraft und erträgt die Arzneien vollſtändig. Bereits erſcheint rötheres Blut unter ſeinen Wangen und ich möchte denken, daß die Geſundheit mit ſchnellen Schritten wiederkehrt.

Aber dieß ſind doch untrügliche Zeichen, Collega. Was beunruhigt Sie dann noch?

Ich bedaure, Herr Valkiers, daß Sie den Kranken nicht ſelbſt ſehen konnten. Ich habe ihm bereits mehrmals angerathen, Sie rufen zu laſſen; er will jedoch ſeine Zuſtimmung hiezu nicht geben. Es iſt ein ſonderbarer Mann, dieſer Herr Heuvels. Was hat er denn gegen Sie? Es müſſen geheime Gründe da ſein, die mir unbekannt ſind. Was mich beunruhigt, fragen Sie? Der Kranke klagt un⸗ aufhörlich über heftige Schmerzen in Bruſt und Ein⸗ geweiden, und als ich ihm ſagte, er ſei auf dem Wege der Beſſerung, behauptet er, zu fühlen, daß er noch immer in Gefahr ſchwebe.

Nun, habe ich die Wahrheit nicht geſagt? ſprach der Greis zu den beiden Frauen, die mit be⸗ kümmerter Miene und ganz niedergeſchlagen auf die Worte des Chirurgen hörten.

Es iſt unbegreiflich, murmelte der junge Mann in Gedanken.Was denken Sie, Herr Van Hoof, daß die Urſache ſeiner Schmerzen ſein kann?

Ich weiß mir keine Vorſtellung davon zu ma⸗ chen. Vielleicht haben wir uns geirrt, wenn Sie meinten, die Entzündung ſei ganz gehoben. Conſcience, der junge Doctor. 20