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nicht täuſche, iſt noch viel, ſehr viel Ausſicht zur Geneſung vorhanden.“
Ein Ausdruck des Unglaubens und Spottes war die Antwort des alten Doctors.
Adolph ließ ſich keineswegs durch den böſen Willen des Kranken aufreizen, obwohl es ihn ſchmerzte, die tiefe Erbitterung von Adelina's Vater in einem ſolchen Augenblick zu erkennen. Er ſetzte ſich am Bette nieder, während der Chirurg und der Pfarrer, die nahe getreten waren, ihn mit ängſt⸗ licher Neugierde anſchauten.
„Ich bin nicht übermüthig genug, zu denken, daß ich Etwas mehr oder beſſer weiß, als mein College, Herr Stol, deſſen große Erfahrung ich achtungsvoll anerkenne und deſſen Abweſenheit ich bedaure. Unter Vorbehalt Ihrer Anſicht, Herr Van Hoof, und Ihres Gutachtens, Herr Heuvels, will ich nun meine Meinung erklären. Man hat es hier in der That mit einer pleurisis zu thun gehabt, mit einer heftigen, aber einfachen Bruſtfell⸗ entzündung. Die kräftigen Mittel, welche man ohne Zögern anwondte, namentlich die Blutentziehung, Schlag auf Schlag, haben der Entzündung geſteuert und ſie auf eine kleine Oberfläche der Bruſt be⸗ ſchränkt. Jetzt iſt keine Spur der Entzündung mehr übrig geblieben, das Austreten des Bruſtfells iſt ganz verſchwunden und ein Anſatz falſcher Membra⸗ nen hat ſich nicht gebildet. Dieß folgt mir unwider⸗ leglich aus der Gleichheit und Klarheit des Klangs, welchen die Bruſthöhle unter dem Anſchlag der Hand von ſich gibt. Demzufolge iſt es zuerſt meine An⸗ ſicht, daß meine verehrten Collegen die rechten


