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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
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darum, wenn Gott mir die Macht verliehe, zu er⸗ füllen, was man von mir hofft!“

Unterwegs trat Adolph in das Kabinet und ſagte:

„Mutter, Schweſter, der Herr Paſtor holt mich zu Herrn Heuvels. Betet während meiner Abweſen⸗ heit Herr Van Horſt, ich drücke Ihnen dank⸗ bar die Hand. Entſchuldigen Sie meine Eile: dieſer Tag iſt der feierlichſte meines Lebens!“

Mit dieſen Worten verließ er das Kabinet und folgte dem Pfarrer über die Straße nach der Woh⸗ nung des kranken Doctors. Es ſchien ihm, als ob die Fenſtergardine neben der Thüre ſich bewegt hätte. Wirklich wurde die Thüre geöffnet, ehe ſie dieſelbe noch erreicht hatten.

Kaum war Adolph eingetreten, ſo ſprang Ade⸗ lina auf ihn zu, mit gefalteten Händen und einem Thränenſtrom auf den Wangen.

„Adolph! Adolph!“ rief ſie,„geſegnet ſei dieſe Stunde! Ich lag in einem unermeßlichen Abgrund von Schmerz und Verzweiflung begraben. Jetzt iſt es mir, als ſcheine ein glänzendes Licht in meine Trübſal. Ach, Adolph, Sie werden meinen Vater retten, nicht wahr?“

„Arme Adelina,“ ſeufzte der junge Mann, vor erbleichend;„ich werde thun, was ich kan

„O, ſeit vier Monaten iſt mein Leben eine bit⸗ tere Marter geweſen,“ rief ſie.„Gott allein weiß,

was ich gelitten habe. Sie, Adolph, Sie müſſen

die Quelle meiner Schmerzen kennen. Sehen Sie, ſehen Sie, auf meinen Knieen erflehe ich von Ihnen

den Lohn für mein Leiden; das Leben meines Vaters!

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