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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„So! Sie ſind alſo ſein Arzt? Hat er Sie rufen laſſen?“

„Nein. Das gilt jedoch gleich, ich kann für jetzt von Ihrem freundlichen Anerbieten keinen Gebrauch machen. Sie begreifen das wohl ſelbſt?“

„Es ſei ſo. Wir wollen einige Tage warten.“

Den Kopf ſchüttelnd, fuhr Herr Van Horſt fort:

„Alſo Ihr Amtsgenoſſe da drüben hat Sie nicht rufen laſſen? Das iſt eine Schmach, die er Ihnen anthut....“

In dieſem Augenblick ertönte das Glöckchen wieder auf der Straße und verkündigte, daß man mit den Sterbeſakramenten das Haus des kranken Doctors zu verlaſſen im Begriff war.

Wiederum eilten die Frauen und der Greis nach der Thüre. Adolph und Herr Van Horſt blieben ſtillſchweigend und mit gebücktem Haupte ſtehen.

Als Franciska mit ihrer Mutter in das Kabinet zurücktehrte, weinte ſie heftig.

„Was für ein gutes Herz Sie haben, mein liebes Fräulein,“ ſprach Van Horſt in theilnehmendem Ton.„Sie vergießen Thränen des Mitleids bei dem Looſe von Jemand, der Ihrem Bruder nicht viel Gutes angethan hat.“

„Ach, mein Herr, ich weine aus Mitleid mit dem Looſe der armen Adelina, die uns zu lieben noch niemals aufgehört hat!“ antwortete das bedrückte Mädchen.

„Jetzt begreife ich Ihren Kummer,“ murmelte Van Horſt nachdenklich.„In der That, Adolph,