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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„Ach, mögen ſie ſich nicht täuſchen!“ rief Adelina mit dem Schimmer einer freudigen Hoffnung in den Augen.

„Aber ich muß Ihnen noch Etwas ſagen,“ fuhr Barbara in trauriger Verlegenheit fort,„das Sie erſchrecken könnte, wenn Sie die Sache nicht im rech⸗ ten Lichte beſehen. Glauben Sie nicht, daß es ein Gebot der Doctoren iſt. Ihr Vater hat ſelbſt das Verlangen ausgedrückt; und obwohl die Aerzte ihm begreiflich machten, daß kein Schein der Nothwendig⸗ keit dazu vorhanden ſei, hat er darauf gedrungen, ſeinen Beichtvater kommen zu laſſen.

„Wehe mir!“ ſchrie Adelina,„mein Vater ſoll die Sacramente erhalten! Er muß ſterben! Ach, daß ich ihn wenigſtens noch einmal in meine Arme drücken könnte!“

Sie wollte nach der Thüre laufen, aber die Magd verſperrte den Weg; und ſie aufs Neue bei der Hand faſſend, ſprach ſie:

„Adelina, ich habe Ihnen die Wahrheit geſagt; Sie erſchrecken mit Unrecht. Hinge es von dem Willen der Doctoren ab, ſo kämen die Sterbſacra⸗ mente heute nicht hieher. Gehen Sie nicht zu Ihrem Vater; man iſt damit beſchäftigt, ihm noch einige Blutigel an die Bruſt zu ſetzen.

„Die mordgierigen Ungeheuer! Blut, immer Blut!“ murrte Adelina mit einem Blick wahnſinnigen Abſcheus.

„Sie wollen verſuchen, ob ſie die Entzündung, welche noch in der Bruſt Ihres Vaters ſteckt, nicht durch dieſes letzte Mittel überwinden können. Und zum Beweiſe, daß keine Gefahr beſteht, Adelina, ſoll

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